Mit welchen Grüntee-Sorten steige ich am besten ein? Warum ist grüner Tee manchmal so bitter? Und wie bereite ich eigentlich Matcha zu? Diese und andere Fragen habt ihr mir in den letzten Tagen geschickt. Zur Abrundung meines Grüntee-Specials möchte ich euch heute ein paar wertvolle Tipps an die Hand geben, wie ihr als Grüntee-Einsteiger beginnen könnt. Ich kann mich nämlich noch gut an meinen eigenen Einstieg erinnern – und der war leider nicht immer ein Genuss!

Tipp 1: Grüner Tee mag kein kochendes Wasser!

Die Zubereitung von grünem Tee ist eine kleine Kunst. Gott sei Dank ist auf den meisten Grüntee-Verpackungen eine gute Anleitung aufgedruckt. Und diese solltet ihr dringend beachten! Es steht dort oftmals 65 bis hin zu 80 Grad heißes Wasser und diese Angabe ist sehr wichtig! Wenn ihr euren Grüntee zu heiß bzw. mit kochendem Wasser aufgießt, dann schmeckt er sehr schnell bitter! Auch die hochwertigsten Teesorten machen dies nicht mit. Ich habe zum letzten Weihnachtsfest einen Wasserkocher von WMF mit Temperatur-Vorwahl geschenkt bekommen und dieser leistet mir gute Dienste. Meist stelle ich 70 oder 80 Grad ein und meine Grüntees lieben diese Temperatur!

Tipp 2: In der Kürze liegt bei grünem Tee die Würze.

Ebenfalls ein häufiger „Anfängerfehler“ ist das zu lange Ziehen von grünem Tee. Ein bis zwei Minuten Ziehzeit ist meist perfekt! Achtet auch hier wieder auf die jeweilige Empfehlung für euren Grüntee, die auf der Verpackung beschrieben steht. Wenn grüner Tee zu lange im heißen Wasser zieht, dann bittern die meisten Sorten nach und ihr verderbt euch den Teegenuss! Mir passiert es heute noch ab und zu, dass ich meinen Tee ziehen lasse und kurz aus dem Raum gehe. Schon gerät er in Vergessenheit…. daher ist mein Tipp an euch: Geht erst gar nicht aus dem Raum, sondern wartet die eine Minute einfach direkt neben eurer Teekanne ab. Die Zeit ist so kurz, da lohnt es sich nicht mal einen Timer zu stellen.

Tipp 3: Finger weg von Billig-Senchas und Co. !

Meine erste Begegnung mit grünem Tee war auch eher unterirdisch. Ich habe mir aus dem Supermarkt irgendeine billige Grüntee-Sorte gekauft. Ein billiger Sencha für 1-2 Euro pro 100g taugt nicht viel! Ich bin mir nicht mal sicher, ob es wirklich ein Sencha war… Grüner Tee ist für mich ein Genuss! Ich finde es schon spannend, allein die unterschiedlichen Anbau- und Erntemethoden zu erleben. Bei einigen Sorten werden die Blätter im Schatten angebaut, bei anderen werden die Blätter nach der Trocknung gerollt, bei wieder anderen werden die Blattstiele mit verarbeitet….Jeder gute Grüntee hat eine Geschichte und die dürfen wir geschmacklich erleben! Der „Supermarkt-Sencha“ als ein Mix aus den billigsten Teesorten – lieblos in Massenproduktion angebaut und geerntet -, hat das höchstwahrscheinlich nicht! Guter Grüntee muss nicht maßlos teuer sein, er sollte aber von einer guten Teeplantage stammen.

Tipp 4: Natürlich aromatisierte Grüntees als Einstieg

Gute Einsteiger-Sorten im klassischen Grüntee-Segment sind für mich milde und/ oder fruchtige Grüntees. Als Empfehlungen führe ich euch hier mal drei Sorten auf:

Ich habe damals neben klassischen Grüntee-Sorten aber vor allem mit natürlich aromatisierten Grüntees begonnen und trinke sie ab und zu noch heute gern! Je nach weiteren Zutaten, die dem Grünen Tee beigemischt werden, bekommen die Grüntees traumhafte Noten von Zitrusfrüchten, Ingwer, Hibiskusblüten, Jasmin oder winterlichen Gewürzen. Meine Lieblinge sind hier:

aromatisierte Grüntee

Mit der Zeit bin ich dann immer mehr zu klassischen Grüntees übergegangen. Ich habe mich zuerst durch die milden Einsteiger-Sorten probiert und bin mit der Zeit zu intensiveren Grüntee-Sorten wie dem Sencha Miyazaki oder dem „Edlen Tautropfen“ gekommen, wie ich sie euch in meinen Grüntee-Lieblingen beschrieben habe.

Übrigens trinke ich all meine Grüntees vollkommen ohne Zucker, Kandis oder Honig – einfach pur! Ich weiß, dass viele ihren Tee mit einem Süßungsmittel trinken, aber gerade bei grünem Tee verändert ihr damit sehr stark den natürlichen Geschmack. Es ist eine Gewöhnungssache, aber mit der Zeit wird es der pure Teegenuss….fast schon eine Sucht! :-)

Tipp 5: Das Zauberwort MATCHA – der vielfältigste Grüntee!

Mein ganz persönlicher Tee-Tipp für Einsteiger ist Matcha! Dieser besondere Grüntee ist aktuell sowieso in aller Munde. Ob in Shakes, Green Smoothies, Keksen oder Eiscreme – der zu einem feinen Pulver gemahlene Grüntee ist ein wahrer Superstar geworden! Ich denke, er ist so beliebt, weil er so vielfältig und einfach in der Zubereitung ist! Perfekt für Einsteiger!

Ihr könnt ihn natürlich pur mit heißem Wasser trinken, aber auch in vielen anderen Varianten. Immer wieder ein Hochgenuss ist ein Matcha Latte. Dafür gebt ihr einen Teelöffel des Matcha-Pulvers in einem Becher mit heißer, ebenfalls nicht kochender Milch (als vegane Alternative nehmt ihr z.B. Mandelmilch) und eventuell etwas Honig. Ein Matcha Latte macht super wach und belebt den Kopf, enthält aber nicht annähernd soviel Koffein wie ein Latte Macchiato!

Matcha-Latte

Und jetzt, wo das Weihnachtsfest so kurz bevorsteht, kann ich euch auch noch ein tolles Keksrezept ans Herz legen. Wenn ihr meine Matcha-Kekse noch nicht ausprobiert habt, dann solltet ihr das unbedingt noch mal tun. Hier findet ihr das Rezept.

Meinen Matcha-Tee beziehe entweder von imogti oder ebenfalls vom Tee Kontor Kiel, wie die meisten meiner grünen Tees. Schaut euch am besten mal selbst um!

Ich hoffe, ihr seht jetzt, dass der Einstieg in das Grüntee-Trinken kein Mysterium ist. Ein bisschen informieren, einiges ausprobieren und ganz viel genießen – das gehört dazu! Die typischen „Anfängerfehler“, die ich leider auch erleben durfte, könnt ihr getrost überspringen.

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