Meine eigentliche Lebensreise begann, nachdem ich meinen MBA-Abschluss in der Tasche hatte. Klar, ich hatte schon viel in meinem noch recht jungen Leben geschafft: Super Noten im Abitur, duales Studium mit Auszeichnung, nebenbei drangehängter MBA und ein Karriereweg voller Möglichkeiten. Doch wenn es um die wirklich wichtigen Fragen ging, war ich ratlos: Ich wusste nicht, wer ich bin, was mich ausmacht, wo meine Stärken liegen und was ich mir tief in meinem Herzen für mich wünschte. Also begab ich mich auf die Suche….die Suche nach mir Selbst und dem, was mich wirklich glücklich macht.

Ich habe viel gelesen, Seminare besucht, mit Menschen gesprochen und in mich hineingehorcht. Und wenn ich eines auf dieser Reise gelernt habe, dann, dass die besten Noten und der tollste berufliche Erfolg mir kein glückliches Leben verschafft, wenn ich nicht im Kontakt zu mir selbst stehe und auf das höre, was mein eigenes Herz mir sagt! Das ist das Allerwichtigste! Aus meinen Erfahrungen habe ich aber noch weitere Leitlinien identifiziert, an denen ich festhalte und die mir helfen, ein glückliches Leben zu führen. Sie sind mein persönliches „Best of Life“ geworden.

6 Wege zum Yoga

Höre auf dein Herz und nicht auf die Erwartungen der anderen

Diese Lektion war eine meiner schwierigsten. Ich habe mich immer sehr stark danach gerichtet, was andere Menschen über mich dachten und von mir erwarteten. Doch nach und nach lerne ich, das zu tun, was sich richtig für mich anfühlt, auch wenn dies nicht den Vorstellungen anderer Menschen um mich herum entspricht. Wir sind jedoch nicht hier, um die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen. Sondern nur unsere eigenen…

Lass los, was dir nicht gut tut

Oh ja. Ich habe immer sehr viel in meinem Leben gehortet, weil ich mich von Dingen oder Vorstellungen nicht trennen konnte. Innerlich wusste ich jedoch bereits, dass es sich nicht mehr gut anfühlt und ich es loslassen wollte. Ob es nun um ein kaum getragenes Kleid geht oder um ein Hobby, für das ich mir doch erst teure Ausrüstung gekauft habe, ich weiß jetzt, dass es meist keinen Sinn macht, an Dingen oder Vorstellungen hängen zu bleiben. Loslassen schafft Platz für Neues!

Gehe liebevoll mit dir selbst um

Das wundervolle Thema der Selbstliebe. Ich habe in letzter Zeit so viel dazu gelesen. Für uns ist es in der heutigen Zeit überhaupt nicht selbstverständlich, uns so zu akzeptieren, wie wir sind, und uns selbst zu lieben. Wir gehen oft nicht so mit uns um, wie wir es mit einem guten Freund oder einer guten Freundin tun. Wir sind häßlich zu uns selbst, hacken immer wieder auf unseren Schwächen herum, ziehen uns runter und tun uns damit selbst weh. Doch es ist viel schöner, Selbstliebe Stück für Stück zu erlernen. Man sieht sich irgendwann mit ganz anderen Augen und weiß, was man an sich hat und lieben kann. Dieser Erfahrung komme ich langsam näher.

Denk positiv und vertrau dem Leben

Auch eine schwierige Lektion für mich, denn ich habe oft nach dem Muster gehandelt: Denk an das Schlimmste, dann bist du auf alles vorbereitet. Doch wenn ich mir immer das Schlimmste ausgemalt habe, dann habe ich mich selbst heruntergezogen und konnte mich über etwas Positiveres gar nicht mehr richtig freuen. Ich war einfach nur erleichtert, dass es nicht so schlimm war. Heute weiß ich viel über die „Macht“ der positiven Affirmationen. Ich habe mir Sätze zurechtgelegt, die ich mir immer und immer wieder ins Gedächtnis rufe, um mehr in das Leben zu vertrauen und eben positiv an Dinge heranzugehen. Und es geht mir viel besser damit!

Gefühle müssen herausgelassen werden

Viele Menschen sind sehr kontrolliert. Sie haben dies als Kinder in ihrem Elternhaus gelernt. Bloß keine Schimpfwörter gebrauchen und sich schon gar nicht die Blöße geben, in der Schule vor allen Klassenkameraden zu weinen! Nein, das ist total falsch! Gefühle und Emotionen müssen herausgelassen werden. Es braucht nicht immer sofort zu sein, aber sie wochen- oder sogar monatelang mit sich herumzutragen, macht den Körper auf Dauer sogar krank!

Du bist ein Scanner und das ist gut so

Dies war für mich persönlich eine sehr wichtige Lektion! Gelernt habe ich sie von Barbara Sher, die den Begriff der Scanner-Persönlichkeit geprägt hat. Leider ist diese Lehre noch nicht allzu bekannt, so dass viele „verkappte“ Scanner in der Welt rumlaufen. Scanner sind Menschen, die unglaublich neugierig, weltoffen und lernwillig sind. Sie probieren ständig neue Dinge aus, haben viele Talente, aber bleiben meist nicht beständig bei einer Sache. Als ich noch nicht wusste, dass ich so bin, da habe ich mich dafür verurteilt. Ich war zu sprunghaft, blieb nicht lange an etwas dran. Heute weiß ich, wie ich bin, warum und wie lange ich mich mit Dingen beschäftige und dass es völlig ok ist, so zu sein. :-)

Lache!

Nicht nur, dass wir mit unserem Lachen über 100 Muskeln betätigen, Lachen ist einfach gesund. Ich habe mich viel mit Lachen beschäftigt, weil mir immer wieder gesagt wird, dass mein Lachen auf andere eine so ansteckende Wirkung hat. Vielleicht eine meiner Stärken?! Ich lache generell sehr viel, aber ich habe auch mal im Rahmen eines Seminars ausprobieren dürfen, wie es ist zu lachen, ohne dass man sich freudig fühlt. Und tatsächlich hat unser Lachen nicht nur eine ansteckende Wirkung auf andere, sondern auch auf uns selbst. Wir werden durch Lachen besser gelaunt. Wenn wir es bei anderen sehen und wenn wir es selbst tun. Kein Wunder also, dass es mittlerweile sogar Lachseminare, Lach-Yoga und Lach-Initiativen gibt. Also: Keep smiling!

Bin ich weise? Nein, bestimmt nicht. Höchstens ein bisschen. Und ich lerne jeden Tag dazu… :-)

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