Wow! Manche Postideen entstehen wirklich an den seltsamsten Orten bzw. in den komischsten Momenten. Die Idee zum heutigen Thema kam mir, als ich in der letzten Woche an einem freien Tag in meinem Lieblingscafé Fräulein Wunder saß und für meine Vinyasa Power Yoga Master Prüfung lernte. Yoga-Tradition und Philosophie….ein eher trockenes Thema stand auf dem Programm und gleich am Morgen hatte ich den Gedanken: „Dafür machst du es dir heute so richtig schön!“ Also begann ich meine Lernsession bei einer Tasse grünem Tee und einem Power-Frühstück an einem richtigen Wohlfühlort mit viel Licht, etwas Sonne, leichtem Wind, gemütlichem Sessel und gutem Essen. Unweigerlich kam mir eine Frage in den Kopf: Warum habe ich das früher eigentlich nicht gemacht? Und warum lernen immer noch so viele Studenten in dunklen, stickigen Bibliotheken oder winzigen WG-Zimmern? Ein feines Postthema…:-)

Lernen-im-Cafe

Nach dem Abschluss meines MBA-Studiums wollte ich nie wieder irgendetwas lernen „müssen“. Ich hatte einfach die Nase voll und versprach mir, mich für kein Studium der Welt mehr anzumelden! Und dennoch sah ich mich letzte Woche vor meinem dicken Yoga-Master-Ordner mit ziemlich viel uraltem Yogawissen. Ich musste schmunzeln….Schon wieder saß ich vor einem Berg an Wissen, das in meinen Kopf sollte! Natürlich hatte ich mich bewusst für die Ausbildung entschieden und interessierte mich sehr für die Inhalte, welche auf mich zukommen. Doch das war damals beim Bachelor und MBA genauso! Es musste etwas anderes sein, das mir kurz vor der Prüfung, wenn tatsächlich das intensive Lernen anstand, die Freude und Motivation gänzlich nahm…

Was tat ich also? Ich machte es mir in den letzten Tagen beim Lernen schön und schaffte mir Umgebungen, die ich mit Wohlfühlen und sogar Yoga verband statt mit Lernen und Büffeln. Ich begann den Tag in meinem Lieblingscafé mit einem tollen Frühstück und ging das Script durch. Ich lernte draußen auf meiner Yogamatte und baute zwischendurch immer mal wieder kleine Yogasequenzen als Pause ein. Auf dem Weg zum Einkaufen für mein Mittagessen sagte ich die Sanskrit-Begriffe der Asanas in Gedanken auf. Am Nachmittag gönnte ich mir eine Ausgabe der „Yoga Aktuell“ und las ein bisschen quer. Und am Abend fragte mich mein Freund das Gelernte des Tages ab und dann unternahmen wir noch etwas Schönes, um vom Lernen abzuschalten.

Und soll ich euch was sagen? Ich habe etwas gelernt….aber nicht nur über Yoga, sondern auch über mich! :-) Ich erkannte, dass ich mir das Lernen während meiner Studienzeit einfach total vermiest hatte. Natürlich musste ich damals viel, viel lernen, aber ich machte es mir auch noch so furchtbar wie möglich. Ich nahm meine Scripte, dicken Wälzer, Folien und den Laptop mit an Orte, die eigentlich so gar nicht zum Lernen einluden. Dunkle Uni-Bibliotheken, sterile Vorlesungsräume oder den chaotischen Schreibtisch vollgepackt mit weiteren Studienunterlagen. All diese Orte schrien förmlich nach Lernen, Büffeln, Recherchieren, Zusammenfassen, Berechnen und noch mal Wiederholen. So war die Unlust am Lernen gleich vorprogrammiert und es hieß einfach nur: Durchhalten! Bald ist die Klausur geschafft! Ich hatte Null Komma Null Spaß am Lernen!

Die letzten Tage waren völlig anders. Es war aufregend, es war schön, das Lernen hat wieder richtig Spaß gemacht! Ich lief in den paar Tagen zur Hochform auf und lernte sogar mehr, als ich vorhatte. Kein Druck, keine Qual, sondern Freude, Neugier und echtes Verstehen! Ein bisschen wie damals als Kind, als ich die Welt entdeckte. Für mich war die Erfahrung sehr, sehr wertvoll! Ich bin dankbar, dass ich den Spaß am Lernen noch einmal neu lernen durfte, und hoffe, dass euch dieser Post auch zum Nachdenken und Teilen anregt, wenn ihr oder ein Freund gerade mittendrin in einer Lernphase steckt. Macht es einfach mal anders als sonst! Lernt an ungewöhnlichen Orten! Schafft euch eine Atmosphäre, die euer Lernen unterstützt! Und tut euch gerade beim Lernen etwas Gutes!

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