If you’re going to San Francisco….bei uns war es endlich am 04.09. soweit. Mit gepackten Koffern haben wir uns früh morgens auf den Weg nach Frankfurt gemacht, wo um 14 Uhr unser Flieger in Richtung Westen ging. Vor unserem Direktflug mit insgesamt 11 Stunden Flugzeit hatten wir ziemlichen Respekt. So lange waren wir noch nie am Stück in der Luft! Aber wir hatten in unserer Boeing ziemliches Glück, denn der Platz neben uns ist freigeblieben, so dass wir uns zu zweit einigermaßen ausstrecken konnten. Entgegen unserer Erwartungen gingen die 11 Stunden auch recht schnell vorbei. Wir haben viel fern gesehen, Hörbücher gehört, gegessen und geschlafen.

Um 17 Uhr Ortszeit sind wir dann in San Francisco gelandet. Das Einreisen und Kofferholen waren überhaupt kein Problem! Das ging so fix, dass wir dann auch schon um 18.30 Uhr bei unserem Hotel Vertigo in der Sutter Street angelangt sind. Das Hotel Vertigo ist etwas älter und aus dem gleichnamigen Film „Vertigo“ von Alfred Hitchcock bekannt. Es liegt nahe dem Union Square/ Downtown, was uns wichtig war. Wir haben dort für die 6 Tage ein gutes Zimmer bekommen und es gab echt nichts zu Meckern.

Am ersten Abend waren wir einfach nur platt und sind nach einem kurzen Besuch bei Subway direkt schlafen gegangen. Dafür waren wir aber auch schon am nächsten Morgen um halb sechs wach. Hallo Jetlag! :-) Also sind wir recht früh in unseren ersten Tag gestartet. Für das Frühstück haben wir ganz zufällig eine richtig gute Adresse gefunden: Lori’s Diner! Ein schnuckeliges Frühstücksdiner im 50er-Jahre-Stil, wie man es aus Filmen kennt.

Des Weiteren haben wir am ersten Tag in San Francisco erst mal versucht, Orientierung zu bekommen. Aber das ist in San Francisco wirklich sehr leicht. Die Stadt ist ein einziges Schachbrettmuster….zwei Blocks links, drei Blocks rechts. Außerdem ist sie prima zu Fuß bzw. per Cable Car und Bus zu erkunden (unbedingt ein MUNI City Ticket bei der Touristeninformation kaufen!). Ein Auto braucht man für San Francisco wahrlich nicht. Dafür ist das Valet Parking der Hotels auch viel zu teuer!

Den Rest des ersten Tages haben wir beim Shopping am Union Square sowie mit einem Besuch beim Fishermen’s Wharf verbracht. 
Am Union Square kann man sehr gut einkaufen. Es gibt dort alle Läden, die man so aus Europa und den USA kennt. Wir haben insbesondere bei Hollister, Abercrombie, Bath & Body Works und Victoria‘s Secret eingekauft. Dennoch waren wir ein wenig enttäuscht. SO megagünstig ist es dort nicht! Wenn ihr richtig günstig Markenware einkaufen wollt, müsst ihr schon in die Premium Outlets fahren. Da gibt es aber insbesondere die o.g. Marken nicht.

Zum Fishermen’s Wharf sind wir zum ersten Mal mit dem Cable Car gefahren….Was für ein Erlebnis!! Besonders wenn man auf den Trittbrettern stehen darf! Die Cable Car Fahrten vermisse ich auf jeden Fall sehr! Am Fishermen’s Wharf sind wir ein bisschen rumgebummelt und haben einfach das Treiben der Menschen auf uns wirken lassen. Außerdem waren wir natürlich noch im Hard Rock Café und dem dazugehörigen Shop. Sehr zu empfehlen!

Den nächsten Tag standen die Painted Ladies am Alamo Square, das Hippieviertel Haight Ashbury sowie der Golden Gate Park auf dem Programm. Die Painted Ladies sind eben die bekannteste Häuserzeile der Stadt. Aber es gibt dort auch nicht viel mehr zu sehen. Dafür war der kleine Stadtspaziergang dorthin sehr schön! Bei strahlend schönem, kühlen Wetter mit warmer Jacke und einem guten Starbucks Kaffee in der Hand. Was gibt es schöneres!:-)

Haight Ashbury ist schon viel interessanter. Dort scheint die Zeit teilweise echt stehengeblieben zu sein. Es laufen noch so viele Alt-Hippies aber auch „Neu-Hippies“ durch die Gegend, schmücken Bäume an der Straße, spielen Gitarre oder verteilen seltsame Flugblätter. Außerdem gibt es viele außergewöhnliche Geschäfte zu sehen: von Sockengeschäften über ausgewählte Bücherläden bis hin zu DER Ben & Jerries Filiale schlechthin. Das Café, in dem wir schließlich unser 2. Frühstück gegessen haben, war auch wieder ein Volltreffer. Sehr nette Leute und gutes, auch gesundes Essen in 68er-Atmosphäre! Natürlich musste ich mir hier zumindest fürs Foto auch mal eine Blume ins Haar stecken!:-)

Anschließend sind wir zum Golden Gate Park weitergelaufen. Der Park ist so riesig. Man verläuft sich darin. Wir haben hier einige Stunden verbracht und nicht mal ein Viertel des Parks gesehen. Dafür waren wir aber im kostenpflichtigen Japanese Tea Garden, der sein Geld wirklich wert ist. Es ist so eine schöne Stimmung dort. Sehr ruhig und entspannend! Anschließend haben wir uns noch den Rosengarten angeschaut. Hier muss man keinen Eintritt bezahlen. Auf der Rückfahrt waren wir sehr froh mit dem Bus fahren zu können. Wir waren echt erledigt!

  
Am nächsten Tag hatten wir uns dann eine Radtour über die Golden Gate Bridge vorgenommen. Es war eine Empfehlung, die wir bekommen haben und ich muss sagen: Es hat sich absolut gelohnt! Anders hätte man den Ausblick von der Brücke auch gar nicht mitnehmen können, denn mit dem Auto kann man nicht einfach mal mitten auf der Brücke anhalten. Wir haben uns die Räder in der Nähe des Fishermen’s Wharf geliehen und sind von dort aus losgeradelt. Auf dem Weg kamen uns dann schon einige Frauen in pink- bzw. rosafarbenen Kostümen laufend oder walkend entgegen. Direkt auf der Golden Gate Bridge wurden es dann noch mehr und wir haben erfahren, dass wir quasi mitten in den 3-Days-60-Miles-Run-against-breast-cancer geraten sind. Das war so rührend! Es sind ganze Teams aus Männern und Frauen mit den ausgefallensten Outfits 3 Tage am Stück gelaufen, nur um ihre Freundin bei ihrem Kampf gegen Brustkrebs mental zu unterstützen. Das ist Amerika, baby!
Der Ausblick auf der Brücke in Richtung San Francisco war übrigens so spektakulär wie erwartet und per Rad konnten wir natürlich des Öfteren für Fotos pausieren. Unser Ziel auf der anderen Seite der Brücke war dann letztendlich der kleine Ort Sausalito. Wirklich sehr idyllisch! Dort haben wir ein wenig die Sonne genossen und sind gegen Nachmittag mit der Fähre zurück nach San Francisco gefahren.

An den letzten zwei Tagen in San Francisco waren wir dann schon per Auto unterwegs, einmal nördlich und einmal südlich der Stadt. Wir waren sehr froh, dass wir das Auto bereits vorher reserviert hatten. Vor Ort ist im September nichts mehr zu machen, sagte uns die Dame bei Alamo. Unser Ford Focus war im Vergleich zu den typischen Autos der Kalifornier zwar eher klein, aber für 2 Leute mit Gepäck absolut ausreichend. Mit dem Auto haben wir uns dann rund um San Francisco noch mal einiges angeschaut, bevor wir mit unserem eigentlichen Roadtrip gestartet sind.

Sehr empfehlenswert war auf jeden Fall Point Reyes National Seashore – das Ursprungszentrum der Erdbeben, da hier der Andreasgraben verläuft. Nach den Tagen in der Stadt war es schön, mal ein wenig Natur und raue Küste zu sehen. Hier kann man sehr gute Spaziergänge und Wanderungen unternehmen.
Ein großer Wunsch von mir war außerdem, einmal eine richtige Universität in den USA zu sehen. Also sind wir zur Stanford University – südlich von San Francisco – gefahren. Ein wunderschöner Campus! Hier hätte ich auch gern studiert. Allerdings waren scheinbar grad Semesterferien und wir haben nur wenig Unileben mitbekommen. Dafür haben wir ganz niedliche, kleine Kolibris in freier Natur gesehen. :-)

Eine großartige Einkaufsmall im Umkreis von San Francisco haben wir natürlich auch noch gefunden. In Gilroy gab es endlich ein ersehntes Premium Outlet! Dort haben wir erst mal kräftig zugeschlagen! Tommy Hilfiger, Hurley, Nike, Guess usw. – alles ist dort echt günstig!

Insgesamt waren wir 5 ½ Tage in der Stadt und ich muss sagen, dass es für einen ersten Besuch ein guter Zeitraum war. Wir haben viel innerhalb der Stadt gesehen, waren lecker essen und hatten auch für Shoppen noch genug Zeit.

Mein Fazit für San Francisco: Eine großartige Stadt, nur von den Temperaturen ein wenig zu kühl! Mir gefällt die Lebensweise dort sehr. Die Leute sind freundlich, offen und individuell. Jeder kann das tun, was er möchte. Der eine führt 10 Hunde gleichzeitig aus, der andere macht Musik am Hafen und der nächste näht bunte Mützen. Aber keiner wird schräg angeschaut. Leben und leben lassen könnte man sagen.

Wenn ich wie in Eat, Pray, Love die Stadt San Francisco mit einem Wort beschreiben sollte, wäre es: TOLERANZ.