Draußen ist es kalt und trüb. Wer von euch träumt da nicht schon mal heimlich vom Sommer? Mit dem heutigen Gastpost von Leenah (Pirategirl) schüre ich kräftig euer Fernweh – meines übrigens auch. Sie hat sich nach einigen einschneidenden Erlebnissen in ihrem Leben eine verdiente Auszeit auf Bali genommen. Einfach mal alle Zelte abgebrochen, um wieder in ihre Kraft zurückzufinden. Besonders interessant ist, dass sie ihre Auszeit nach EAT TRAIN LOVE gestaltet hat. Heute verrät sie uns ihre Geheimtipps für Bali – speziell für den wunderbaren Ort Canggu – und zeigt uns damit, wie eine Auszeit funktioniert.

Völlig überraschend stellte mich das Jahr 2016 vor Herausforderungen und neue Wege im Leben. Bevor ich mich diesen stellen konnte und wollte entschied ich mich eine Auszeit zu nehmen. Und wo ginge das wohl besser, als auf Bali? Aus unglücklichen Umständen wurde eine erfüllende Reise zu mir selbst. Brechen wir gemeinsam auf….

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Und dann lag ich in diesem eigentlich viel zu teuren Hotelzimmer in Cebu, auf dem Nachttisch neben mir eine Flasche Rotwein und Schokolade. Jetzt galt es sich erst mal wieder daran zu gewöhnen, Single zu sein. Meine Pläne für den Sommer hatten sich soeben in Luft aufgelöst. Was also tun mit der ganzen ungewollten Freiheit? Einige Stunden später, mittlerweile nicht nur auf dem Boden der Weinflasche sondern auch der Tatsachen angekommen, erinnerte ich mich daran, dass ich bereits zweimal in meinem Leben im Besitz eines Tickets nach Bali gewesen war,  und beide Male den Flug nicht angetreten hatte, aus Gründen die zum jeweilen Zeitpunkt die Welt für mich bedeuteten – und an die ich mich heute kaum noch erinnern konnte.  Tja, so ändern sich eben Prioritäten.

Seit ich vor einigen Jahren den Film Eat, Pray, Love gesehen hatte, wollte ich nach Bali. Warum also nicht jetzt? Körper und Seele etwas Gutes tun. Julia Roberts hatte es vorgemacht und so buchte ich mir noch in der selben Nacht das dritte Flugticket meines Lebens nach Bali, nur dass ich diesmal auch wirklich im Flugzeug saß. Und so kam es, dass ich bereits einen Tag später am Flughafen in Denpasar stand.

Ubud oder Canggu?

Meine Auszeit in Bali sollte ganz unter dem Stern der gesunden Ernährung, Yoga und Meditation stehen. Natürlich hatte mir absolut jeder dazu geraten mich in Ubud, dem spirituellen Zentrum Balis, niederzulassen. Da ich hauptsächlich meine Ashtanga Practice verbessern wollte, kamen für mich ohnehin nur die beiden Orte Ubud oder Canggu in Frage. Nur, dass ich von Canggu bis zu diesem Zeitpunkt noch niemals etwas gehört hatte.

Allerdings sah ich auf der Karte, dass der kleine Ort am Meer liegt und Ubud hingegen im Landesinneren. Da ich eine Meerjungfrau bin, war die Entscheidung damit praktisch schon gefallen. Ohne weitere Recherche nahm ich ein Taxi nach Canggu.

Andere Leute folgen ihrem Bauch, ich hingegen folge dem Meer. Und bisher hat es mich immer nach Hause gebracht. Oder eben dorthin, wo ich mich zu Hause fühle. Canggu liegt etwa eine Stunde, mit dem Auto, vom Flughafen entfernt, im Süden-Westen der Insel. Von hier aus könnt ihr übrigens auch schnell und unkompliziert den berühmten Tempel von Tanah Lot erreichen.

Dem Ort Canggu Ubud gegenüber den Vorzug zu geben, war eine Entscheidung die ich rückblickend nicht einen einzigen Moment bereute. Im Gegensatz zum offiziellen Yoga Zentrum der Insel, geht es in Canggu nämlich sehr viel ruhiger zu. Der kleine Ort hat erst in den letzten Jahren an Bekanntheit gewonnen und ist seitdem zum relaxten Hippie-Surfer Paradies avanciert.

Außerdem belohnte mich Canggu abends mit wunderschönen Sonnenuntergängen über dem Horizont des indischen Ozeans.  Begleitet von Édith Piaf zu langen Spaziergängen am Strand, vergrub ich meine Zehen im Sand, schlürfte eine frische Kokosnuss und war mir letztendlich sicher: „No, je ne regrette rien!“  Manchmal braucht es eben doch nicht mehr, als ein Date mit mir selbst.

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EAT – Gesunde Ernährung in Canggu

Du bist was Du isst.  Ich für meinen Teil musste erstmal gesund werden. Sechs Monate ungesundes Essen auf den Philippinen und eine schon länger krieselnde Beziehung hatten ihre Spuren hinterlassen.
Umso freudiger stürzte ich mich in die Menge hübscher kleiner Restaurants, die sich fast alle auf gesundes, vegetarisches Essen spezialisiert haben. Egal, wonach euch der Sinn steht, ob vegetarisch, vegan, raw, paleo, glutenfrei oder low carb, in Canggu werdet Ihr es finden.

Frühstück in Canggu:

Direkt nach der Ankunft wurde ich nach den herrlich erfrischenden, bunten Smoothie Bowls süchtig. Aus gefrorenen Früchten und alternativen Milchprodukten wird dabei eine Art Sorbet gezaubert. Als Topping gibt’s noch mehr Früchte, Kokosnussraspeln und natürlich hausgemachtes Granola. Wer kann noch Trübsal blasen, wenn er ein derart farbenfrohes Vitamin-Spektakel vor sich stehen hat?

Die tollen „Happy-Bowls“, mit guter Laune-Garantie, könnt ihr übrigens bei Nalu Bowls, Shady Shacks, Betelnut Café, in the Raw und im Crate Café bestellen.

Lunch in Canggu:

Nach einer großen Smoothie Bowl habe ich das Mittagessen meistens ausfallen lassen, aber falls ihr doch mal Hunger bekommt, dürft ihr nicht verpassen im Shady Shacks, im Eden Café, oder im Peloton Supershop vorbeizuschauen. Diese Bistros bieten in einem individuellen Ambiente verschiedene vegetarische und vegane Optionen an. Für den kleinen Hunger zwischendurch, könnt ihr euch aber auch einfach einen frisch gegrillten Maiskolben am Strand kaufen.

Kalt gepresste Säfte: statt einem Mittagessen habe ich mir in Canggus erster RAW-Saftbar (in the RAW) besorgt. Ihr solltet unbedingt den Tumeric probieren, denn das ist ein richtiger Boost für’s Immunsystem.

Dinner in Canggu:

Meine Lieblingsrestaurants am Abend sind das Avocado Café, mit seinen fantastischen Salaten und das Alkaline Restaunt, wenn es vegan und raw sein soll. Falls ihr genauso gerne indisch esst wie ich, dann ist The Piring Daun ein grandioser und gleichzeitig günstiger Geheimtipp.

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TRAIN – Yoga in Canggu

Es gibt praktisch an jeder Ecke in Canggu die Möglichkeit Yoga Stunden zu nehmen. Die drei größten und auch schönsten Studios sind allerdings:

  1. Desa Seni
  2. The Practice
  3. Samadi Bali

Für mich persönlich kam nur das Samadi in Frage, da es der einzige Platz ist, der jeden morgen Ashtanga Practice im Mysore Stil anbietet. Aber ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir auch die anderen beiden Studios anzusehen. Preislich bewegen sie sich übrigens alle im gleichen Rahmen.

Samadi Bali in Canggu:

Das Samadi Yoga Centrum bietet nicht nur Yoga Stunden an (Hatha, Yin, Ashtanga, Vinyasa Flow, Bodymind Flow, Yin-Yang, Hatha-Tandra und Fly High), sondern es finden außerdem auch regelmäßig Retreats statt. Zudem gibt es ein leckeres Angebot an gesundem Essen, sowie regelmäßige Workshops, Kirtane und einen wöchentlichen Filmeabend.

Ich habe mein spirituelles Zentrum definitiv im Samadi gefunden. Dort wurde ich nicht nur herzlich aufgenommen, sondern habe in Andrea und Damien außerdem zertifizierte Lehrer gefunden, die mich nicht nur in meiner Asana Practice, sondern auch philosophisch und menschlich weiterbrachten. Wenn ihr Ashtanga in Bali machen wollt, kommt ihr am Samadi nicht vorbei.

The Practice in Canggu:

Diese Yoga Location verfügt vermutlich über das spektakulärste Shala. In den runden Räumlichkeiten könnt ihr während eurer Asanas über die Reisfelder Canggus blicken. The Practice ist die Anlaufstelle, wenn ihr euch für Hatha-Yoga interessiert.

Ich hatte dort übrigens Gelegenheit meinen Körper beim Roll&Release von einer ganz neuen Seite kennenzulernen. Mit Tennisbällen, die man an gezielten Schmerzpunkten am eigenen Körper ansetzt, geht es darum Verspannungen „auszurollen“. Ich war unglaublich erstaunt, wieviele Emotionen gelöst werden, während man mit dem Tennisball und gegen den Schmerz kämpft.

Desa Seni in Canggu:

Das Desa Seni Yoga Resort ist in eine wunderschöne Landschaft eingebettet und befindet sich in einem ruhigen Stadtteil etwas außerhalb von Canggu. Hier habt ihr die Möglichkeit Hatha Yoga und Kundalini Klassen zu besuchen. Außerdem wird im Desa Seni auch regelmäßig buddhistische Meditation unterrichtet.

Ich habe dort einen wundervollen Workshop zum Thema Mindful Meditation besucht. Neben vielen praktischen Übungen im Kurs, hat mir Mediationslehrerin Ana – Lucia in einigen Punkten zu völlig neuen Einsichten verholfen. Obwohl ich schon seit Jahren an Meditation interessiert bin, war die tibetisch / buddhistische „Metta“ oder „Loving-Kindness“ Mediation bisher völlig an mir vorbei gegangen. Umso wichtiger, dass ich sie an diesem Vormittag endlich lernen konnte, denn sie funktionierte bei mir von Anfang an problemlos. Die Kosten für den Workshop: mit 30 Euro überschaubar. „Meine“ Meditation für mich entdecken: unbezahlbar.

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LOVE – meine Auszeit in Bali

Nach meiner Trennung habe ich mir 3,5 Monate lang eine Auszeit auf Bali gegönnt. Ein Glück für mich, dass ich gerade zwischen zwei Jobs stand und dadurch überhaupt die Möglichkeit dazu hatte. Aber da ich ja nicht an Zufälle glaube, denke ich, dass es wohl einfach so kommen sollte.

Dreieinhalb Monate Zeit, wieder zu mir selbst zu finden, meinen Körper mit gesundem, vegetarischen Essen zu heilen, täglich mehrere Stunden Yoga zu machen und nicht zuletzt auch zu meditieren. Genug Zeit zum Verarbeiten, Heilen und Wohlfühlen. Es tat einfach gut! Meine Auszeit auf Bali ist nun zu Ende und ich bin bereit, mich wieder neu zu verlieben. In diesem Sinne: EAT TRAIN LOVE!

Mein letzter Tipp für euch – Bali im Winter besuchen

Übrigens: Wenn ihr in der Zeit von November bis März nach Bali fliegen möchtet, ist das die Nebensaison, die auch als Regenzeit bekannt ist. Insbesondere in den letzten Jahren ist das aber nicht mehr so eng zu sehen. Gerade in den Monaten Dezember / Januar ist es immer häufiger trocken. Normalerweise ist in der Regenzeit mit täglichen Schauern zu rechnen, danach ist es wieder sonnig.

Die Temperaturen auf Bali sind das ganze Jahr über tropisch warm. Der Vorteil bei Reisen in der Nebensaison sind die günstigen Preise, weniger Trubel und dadurch noch mehr Möglichkeiten zum Entspannen. Vielleicht das perfekte Paradies für eure Flucht aus dem winterlichen Alltag?! Viel Freude dabei!

Leenah ist seit 2010 unterwegs in der Welt. Auf ihrem Blog Pirategirl schreibt sie über ihr Leben unter Wasser als Tauchlehrerin, ihre Reisen und ihre persönliche Suche nach dem Glück! Sehr inspirierend und vielen Dank für die tollen Tipps zur Bali-Auszeit!

Meine persönlichen Reisetipps für die traumhafte Insel findet ihr auch auf meinem Blog. Ich war schließlich letztes Jahr auch dort zu meinem persönlichen EAT TRAIN LOVE. :-)

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