Grow it yourself! Ein schönes Motto, welches ich letztens zum Thema eigener Anbau von Gemüse, Salat und Co. gesehen habe. Es verschafft dem angestaubten Image als Selbstversorger einen neuen Touch. Und tatsächlich: Der eigene Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern wird immer beliebter. Endlich wieder! Denn was für unsere Großeltern damals noch ganz normal war, ist für uns heute leider eine Seltenheit. Dabei muss man ja nicht gleich zum aussteigenden Selbstversorger werden. Es reicht schon aus, den eigenen grünen Daumen mit ein paar Kräutern oder Salaten auf der Fensterbank zu testen.

Welche Gründe sprechen für den eigenen Anbau von Gemüse und Co.?

  • Eigener Anbau ist BIO hoch 10. Mehr Bio bekommt ihr fast nirgendwo. Ihr wisst genau, was an euren Pflanzen dran ist und was nicht (Stichwort: Pestizide).
  • Selbstangebautes Obst, Gemüse etc. schmeckt gleich doppelt so gut. Diese Pflanzen sind nicht nur Bio, sondern auch mit Liebe gewachsen. :-)
  • Der eigene Anbau sichert euch den Verzehr von saisonalem Obst und Gemüse.
  • Einkaufen adé. Alles, was ihr direkt bei euch anbaut, müsst ihr natürlich nicht einkaufen! Das spart Geld, Zeit und das lästige Tragen.
  • Pflanzen ist ein schönes Hobby! Selbst auf dem kleinsten Raum könnt ihr ausprobieren, was besonders gut wächst und vor allem was euch schmeckt.

Als Kind habe ich es geliebt, durch den Gemüsegarten meiner Oma zu laufen und den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen. Daher bin ich auch heute noch ein großer Fan von eigenem Anbau. Leider habe ich noch keinen eigenen Garten, aber auch auf dem kleinsten Balkon bzw. sogar in der Fensterbank ist einiges möglich. In diesem Jahr habe ich einiges an Obst und Gemüse in petto. Rucola, Radieschen, Pariser Möhren, Pflücksalat, Kresse, roten Basilikum, Zwiebeln, Nektarinen, Johannisbeeren, Dill, Rosmarin, Thymian sowie einige essbare Blüher. Noch nicht gepflanzt habe ich Spinat und Bohnen, aber für die darf es auch noch ein bisschen wärmer werden. Wir haben – Gott sei Dank – eine recht große Dachterrasse, so dass dies alles in zahlreichen Töpfen und Balkonkästen machbar ist.

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Als gute Lektüre zum Thema eigener Anbau von Gemüse und Co. kann ich euch das Buch „Gärtnern ohne Garten“ empfehlen. Ich habe es mir dieses Jahr gekauft und habe etliche Tipps & Tricks erfahren, die ich vorher noch nicht kannte. Daraufhin haben auch gleich ein paar neue Samentütchen bei uns Einzug gehalten.

Meine eigene Pflanzerfahrung ist erst ein paar Jahre jung. Doch habe ich bereits ein paar nützliche Tipps für euch, damit euer eigenes Pflanzexperiment auf Anhieb gelingt.

Keep it simple

Haltet euch an die einfachen Sachen. Eigene Mandarinen, Oliven und Mini-Kiwis klingen toll, aber sie sind in Deutschland nicht zuhause. Ich hatte in 3 Jahren eine einzige Mandarine am Baum, die zwar geschmeckt hat, aber nur Walnussgröße hatte. Ich denke, wenn man sich schon die Mühe für eigenen Anbau macht, dann soll es doch auch ein bisschen mehr Ertrag bringen. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit Rucola und Radieschen im letzten Jahr gemacht. Was für eine pflegeleichte Pflanzenpracht! Und auch dieses Jahr sind die ersten zarten Pflänzchen schon sichtbar. Lecker und absolut nicht zu vergleichen, mit den Lebensmitteln, die man im Supermarkt kaufen kann.

Packungsbeilage lesen wird dringend empfohlen

Schaut euch vor dem Kauf unbedingt an, wie und wo die Pflanzen eurer Wahl wachsen. Halbschatten ist auf einer freien Dachterrasse z.B. nicht wirklich gegeben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Angaben zu den Pflanzen sehr gut passen und man keine große Freude an ihnen hat, wenn man die Packungsbeilage missachtet. Das mögen die Pflänzchen meist nicht. Achtet daher darauf, wie viel Sonne und Nässe sie mögen/ vertragen. Ebenfalls solltet ihr nicht zu früh aussähen. Auch im Mai kann es noch mal Bodenfrost geben.

Weniger ist oft mehr

Anfangs habe ich noch unheimlich viel ausgesät. Mittlerweile bin ich vorsichtiger. Letztes Jahr hatte ich einen ganzen Blumenkasten voller Rucola, den ich gar nicht allein essen konnte. Dieses Jahr habe ich einfach weniger ausgesät. Schaut mal, wie viel ihr benötigt und unterschätzt nicht die Menge an Pflanze, die aus einem kleinen Samenkorn entstehen kann. :-)

Anzuchterde

Wenn ihr euer Gemüseensemble direkt aus der Packung säen wollt, dann solltet ihr unbedingt Anzuchterde verwenden. Die normale Blumenerde ist oftmals viel zu grob, so dass die Minipflänzchen meist nicht vernünftig wachsen. Mit Anzuchterde als oberste Schicht eures Topfes oder Blumenkastens sprießen eure Pflanzen sehr schnell und schön.

Dünger

Ich verwende keinen zusätzlichen Dünger. Die Erde ist ja meist schon vorgedüngt. Das reichte bei mir immer aus. Schließlich will ich ja nur ein bisschen Salat und Gemüse für den Eigengebrauch haben und nicht die halbe Stadt mit Hochleistungspflanzen versorgen. Natürliches Wachsen braucht eben etwas Zeit. Und man kann ihnen trotzdem jeden Tag beim Wachsen zuschauen…

Ich wünsche euch viel Spaß und einen grünen Daumen beim Grow it yourself! Und schickt mir liebend gern eure Fotos von eurem Minigarten! Dann würde ich doch glatt noch mal einen Artikel dazu veröffentlichen.

Alles Liebe!

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