Seit einiger Zeit fasziniert mich ein Thema besonders, über welches ich mir zuvor nie großartige Gedanken gemacht hatte: Mineralwasser. Auf der BioFach Messe lauschte ich einem Vortrag des Südtiroler Mineralwasserherstellers Plose und habe dort erstmals ein Gespür für das wertvolle Lebenselixier erhalten. Auch nach dem Interview mit dem Plose-Begründer Andreas Fellin war ich total berührt und seitdem sehe ich Wasser mit anderen Augen. Wasser ist nicht gleich Wasser, war der Tenor aus all meinen Nachforschungen. Und mit Unterstützung von Andreas Fellin habe ich einige schöne Fakten zusammengetragen, die kaum jemand über unser tägliches Wasser weiß.

Wasser bestimmt einen Großteil unseres Lebens und unserer Nahrung

„Der Mensch trinkt im Laufe seines Lebens durchschnittlich 25.000 Liter Wasser. Die Körperflüssigkeiten mit dem höchsten Wasseranteil sind die Gehirnflüssigkeit und das Knochenmark, sie bestehen zu 99 Prozent aus Wasser, Blutplasma zu 85 Prozent und das Gehirn zu 75 Prozent.“

„Der sogenannte Trockenrückstand gibt die Reinheit des Mineralwassers an. Er beschreibt die Menge an anorganischen Mineralien, die übrig bleiben, wenn man 1 Liter Wasser bei 180 Grad Celsius verdampfen lässt. Mineralwässer mit unter 30 mg Trockenrückstand gelten als besonders leicht und rein, was man auch schmeckt. Plose Mineralwasser hat einen Trockenrückstand von nur 22 mg/l.“

„Natürliches Mineralwasser ist ein reines Naturprodukt, es darf nicht behandelt werden und sollte möglichst wenig beeinflusst werden. Es ist ein ausgezeichneter Informationsträger und Lebensquelle. Frei fließende, artesische Quellen geben das Wasser von selbst „frei“, es muss nur gelenkt und nicht mit Druck gepumpt werden. Die ausschließliche Abfüllung in Glasflaschen ist eine Entscheidung für Qualität und Umwelt. Glas ist gesundheitlich unbedenklich, geschmacksneutral und aromadicht.“

Tafelwasser und Mineralwasser sind unterschiedliche Wasserkategorien. Ich erlebe oft, dass dies vielen Menschen nicht bewusst ist. Mineralwasser muss von ursprünglicher Reinheit sein. Tafelwasser kann Mineralwasser oder Trinkwasser sein, dem zum Beispiel Meerwasser, Sole, Mineralstoffe und Kohlensäure zugegeben werden. Tafelwasser kann überall hergestellt und abgefüllt werden.“

„Umso härter das Gestein (Fels) ist, das das Wasser im Untergrund durchfließt, umso weicher und reiner ist das Wasser. Quarzgestein, aus dem der Plose Berg besteht, ist eines der härtesten Gesteine der Welt.“

Andreas Fellin am Plose-Berg

Nach welchen Kriterien wähle ich Mineralwasser aus

Seit Jahren kaufe ich mein Mineralwasser nach dem besten Angebot. Hauptsache es ist still und in Glasflaschen abgefüllt. Über die Herkunft und die Zusammensetzung der Mineralien habe ich mir wenig bis keine Gedanken gemacht. Auch im Geschmack habe ich selten einen deutlichen Unterschied verspürt, denn wer von uns trinkt schon zwei oder mehr unterschiedliche Mineralwassersorten im Vergleich. Seit meinem Interview und der bewussten Verkostung am Plose-Stand hat sich dies geändert. Selbst solch ein „einfaches“ Lebensmittel wie Mineralwasser sollte beim Kauf gut bedacht werden, denn es gibt deutliche Unterschiede, nicht nur im Gehalt ihrer Mineralien.

6 Kriterien für die Auswahl eures Mineralwassers:

  1. Mineralwasser statt Tafelwasser: Es ist ein Trugschluss, dass Tafelwasser edler als Mineralwasser ist. Mineralwässer sind deutlich reiner als jedes Tafelwasser.
  2.  Weniger ist oft mehr: Ein hoher Mineraliengehalt war lange Zeit ein Zeichen von guter Qualität. Das wird heute differenzierter gesehen. Homöopathen empfehlen sogar eher mineralienarmes Wasser, damit es den Körper nicht überschwemmt.
  3. Mineralwasser aus Tiefenquellen: Es ist empfehlenswert, unser Mineralwasser aus Tiefenquellen zu kaufen, wie sie z.B. von der St. Leonhards-Quelle oder Hornberger genutzt werden. Sehr gut eignen sich auch Gebirgsquellen wie z.B. die auf dem Berg Plose (1870 m), bei denen die Zusammensetzung des Gebirges entscheiden ist. Diese Mineralwässer sind in der Regel reiner und weniger mineralisch angereichert, d.h. besser für unsere Gesundheit.
  4. Glas statt Plastik: Diese Empfehlung ist keine Überraschung. Glasflaschen sind Plastikflaschen in jedem Fall vorzuziehen. Durch PET-Flaschen können chemische Stoffe ins Wasser gelangen, die es Stück für Stück verunreinigen. Auch Keime sind in Plastikflaschen häufiger in Untersuchungen gefunden worden. Daher spricht vieles für Glas!
  5. Stilles Wasser versus sprudelndes Wasser: Es ist Geschmackssache. Früher war ich der klaren Überzeugung, dass stilles Wasser einfach besser sein müsse, da es eben keine KohlenSÄURE enthält. Die Wissenschaft belegt dies nicht. Jedoch können große Mengen Sprudelwasser natürlich zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Aufstoßen und Völlegefühl führen. Probiert es in jedem Fall aus, was euch mehr bekommt und wovon ihr ausreichende Mengen trinken könnt. Darauf kommt es vielmehr an!
  6. Geschmack: Mir hat es die Mineralwasser-Verkostung erst das Bewusstsein für Geschmacksunterschiede vor Augen geführt. Seitdem befinde ich mich im Mineralwasser-Test und wir haben auch schon mal zwei oder drei unterschiedliche Wässerchen gleichzeitig zuhause. Und auch hier habe ich wieder festgestellt: Wasser ist nicht gleich Wasser. Es gibt Sorten, die mir eigentlich gar nicht schmecken, die ich aber zuvor immer mal wieder gekauft und getrunken habe. Gleichzeitig habe ich ein Mineralwasser aus dem Harz gefunden, das mir besser als andere schmeckt und von dem ich einfach mehr trinken kann. Es sind Nuancen im Geschmack, aber diese entscheiden letztendlich unbewusst mit, wie gern wir jeden Tag unser Wasser trinken. :-)

Durch diese Erfahrung habe ich gelernt: Bewusstes Einkaufen und Ernähren spielt auf allen Ebenen eine Rolle. Selbst bei unserem täglichen Mineralwasser. Natürlich ist jedes Mineralwasser besser als eine Flasche Cola, aber wenn wir schon gutes Wasser kaufen wollen, dann lohnt sich das genaue Hinschauen auch hierbei.

Mineralwasser-Guide: Was du beim Kauf von Mineralwasser beachten solltest

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