Die liebe Jessi kennst du bereits als meine Gastautorin, die dich mit tollen Fitness- und Motivationsthemen versorgt und die der Grund ist, warum dein innerer Schweinehund immer kleiner wird! Jetzt wollen wir gemeinsam Jessi etwas besser kennenlernen…vor allem ihre unglaublich inspirierende Transformationsgeschichte. Denn: Jessi war nicht immer so fit und sportlich. Genauer gesagt hatte sie noch Ende 2015 viele, viele Kilogramm Übergewicht und hat sich überhaupt nicht wohl in ihrer Haut gefühlt. Doch Jessi bekam an einem Tag im Dezember 2015 die Kurve. Sie hat die Reißleine gezogen, denn sie wollte abnehmen – endlich fit und gesund sein. Seither ist einige Zeit vergangen und Jessi hatte Erfolg bei ihrer Abnehmreise! Insgesamt hat sie bis heute 24 Kilogramm abgenommen. Statt Kleidergröße 44/46 trägt sie heute 36/38. Und auch gesundheitlich geht es ihr besser. Früher nahm sie Medikament, um ihre Fibromyalgie in den Griff zu bekommen, heute ist sie Beschwerde frei – ohne Pillen!

Kein Wunder, dass Jessi bis in die Haarspitzen motiviert und anderen Menschen zukünftig zeigen möchte, dass sie es auch schaffen können und vor allem: Dass es sich so sehr lohnt! Sie absolviert derzeit ihre Fitnesstrainer-Lizenz und hat bereits begonnen eine kleine Fitnessgruppe in ihrem Wohnort zu trainieren. Und natürlich motiviert sie auch kräftig im Netz auf ihrem Instagram-Account! Doch das ist heute. Wie kam Jessi dorthin?

Ich habe meine Gastautorin heute selbst zu einem Interview gebeten und freue mich, dass sie uns allen so offen ihren Weg zeigt. Weg von Übergewicht, Schweinehund und Körperlichen Leiden hin zu riesengroßer Power, Leichtigkeit und einem neuen Selbstbewusstsein. Wenn Jessi das kann, kannst du das auch!

Kristin: Wie sah dein Leben vor dem Tag X im Dezember 2015 aus, als du zu deiner Transformationsreise aufgebrochen bist? Wie ging es dir gesundheitlich und emotional?

Jessi: Die Dosis meiner Medikamente wegen der Fibromyalgie war erhöht worden, weshalb es mir endlich besser ging, und ich weniger Schmerzen hatte. Gleichzeitig konnte ich aber zusehen wie ich täglich mehr zunahm, was mich sehr frustrierte. Weil ich ein positiver Mensch bin und mich davon nicht runterziehen lassen wollte, begann ich mir einzureden, dass „Kurven“ toll sind (bitte nicht falsch verstehen, das sind sie auch, aber nur bis zu dem Punkt, wo sie ungesund werden), und dass ich mich auch mit dem Übergewicht wohl fühlen kann. Ich machte den Fehler und nutzte das gleichzeitig als Freifahrtschein für allerlei ungesundes Essen. Es war ja sowieso egal was ich aß, ich nahm ohnehin zu. Also konnte ich ja nichts dafür, nicht wahr?

Kristin: Was hat den Wendepunkt in dir ausgelöst? Gab es einen Schlüsselmoment in deiner Transformationsgeschichte?

Jessi: In Wirklichkeit fühlte ich mich immer unwohler. Ich wurde immer unbeweglicher, hatte keine Kondition mehr, war sofort aus der Puste, hatte Schwierigkeiten mich nachts im Bett umzudrehen, mir die Schuhe zuzubinden und aus dem Auto auszusteigen. Ich gab das Tanzen auf, weil ich mich im Spiegel nicht mehr sehen konnte und auch von meinem Mann mochte ich mich nicht mehr anfassen lassen. Einen „Schlüsselmoment“ gab es dann tatsächlich, als nämlich der Bauchspeck anfing mein geliebtes Bauchnabelpiercing „aufzufressen“. Es war kaum noch zu sehen! Da dachte ich mir: „Jetzt reichts! Mach dir doch nichts vor. Du belügst dich doch selbst. Du fühlst dich kein bisschen wohl! Und wo soll das bitte noch hinführen?“

Viele wissen, ich bin Christin, ein sehr gläubiger Mensch. Natürlich habe ich mich auch im Gebet mit meinem „Papa im Himmel“ darüber unterhalten. Und ich habe da wirklich eine ganz gute Verbindung, kann ihn manchmal richtig „hören“ (nicht akkustisch, aber im Herzen). Und er sagte zu mir: „2016 wird DEIN Jahr! Ich möchte, dass du gesund und fit wirst, und ich werde dich noch zum Segen anderer gebrauchen!“

Wow, was für ein Zuspruch! Und ich hatte von Anfang an keinen Zweifel daran Ich wusste einfach, dass es wirklich so kommen würde. Ich glaubte fest daran – auch wenn ich mir damals noch nicht vorstellen konnte, was ER mit „Segen für andere“ meinen könnte. Also meldete ich mich im Dezember 2015 noch vor Weihnachten im Fitnessstudio an. Viele haben da zu mir gesagt: „Warum wartest du nicht noch die Feiertage ab? Starte doch am 01. Januar!“ Aber das wollte ich nicht. Ich wollte gleich loslegen…

Kristin: Wir wissen beide, wie wichtig und motivierend die richtigen Ziele sind. Wie lautete ganz konkret dein Ziel? Welche Etappen hast du dir gesetzt?

Jessi: Mein erstes Ziel war definitiv erst einmal nicht abnehmen, sondern „gesund und fit“ werden. Für mich war wichtig, nicht weiter zuzunehmen und meine – von der Fibromyalgie – geschwächte Muskulatur aufzubauen. Als ich merkte, das ich durchaus abnahm, setzte ich mir als erstes Ziel, wieder die 7 vorne stehen zu haben, dann die 75, schliesslich die 6 vorne …und immer so weiter. Ich habe mir, neben der Zahl auf der Waage, immer auch andere „Zwischenziele“ gesetzt, sei es beim Laufen irgendeine Zeit zu schaffen, oder im Training das nächsthöhere Gewicht bzw. der erste Klimmzug.

Neben dem Training im Fitnessstudio fing ich an zu walken und noch im Januar 2016 habe ich mich zum „Womans Run“ angemeldet, der im Sommer stattfinden sollte. Ich kaufte mir eine Laufhose – 2 Nummern zu klein – als Motivationshose, und mein Ziel war es, dann im Sommer genau in diese Hose rein zu passen. Nach der „Motivationshose“ 2016, habe ich mir Anfang diesen Jahres einen „Motivationsbikini“ gekauft.

Kristin: Wie verliefen die ersten Tage? Und die ersten Wochen? Konntest du zügig Veränderungen sehen?

Jessi: Die ersten Wochen, ja eigentlich die ersten 3 Monate waren anstrengend und schmerzhaft. Ich musste erst einmal den Kreislauf durchbrechen, in dem man durch die Fibromyalgie gefangen ist. Mit Schmerzen will man sich eigentlich nicht bewegen, aber ohne Bewegung hat man noch mehr Schmerzen. Noch dazu war ich ständig krank und musste, obwohl ich vom Kopf her hochmotiviert war, meinem Körper immer wieder Ruhepausen einräumen.

Trotzdem hab ich schnell Verbesserung und Veränderungen bemerkt und mich für jeden kleinen Fortschritt gefreut. Nach den ersten 3 Monaten konnte ich – begleitet von meinem Arzt – anfangen, die Medikamente abzusetzen. Im August war ich dann Medikamenten- und beschwerdefrei. Das erste Mal nach über 10 Jahren!

Kristin: Etwa zu gleichen Zeit hast, du zu EAT TRAIN LOVE und unserer fantastischen Community gefunden. Welche Rolle hat EAT TRAIN LOVE für deinen Weg gespielt?

Jessi: EAT TRAIN LOVE hat mich bei den ersten Schritten begleitet. Ich muss zugeben, ich weiß gar nicht mehr, wie ich dorthin gefunden habe, aber es passte perfekt zu meinem Vorhaben und ich meldete mich zur Challenge an.

Die Challenge startete im Januar mit grünen Smoothies. Auch wenn ich feststellen musste, dass das für mich auf Dauer leider nichts ist, jeden Tag einen Smoothie zu trinken, habe ich mich in der Zeit ausgiebig mit gesunder ausgewogener Ernährung beschäftigt und meinen Körper von dem ganzen Schund, den ich zuletzt gegessen hatte, entgiftet.

Im Februar gab es dann jeden Tag Bewegung und Sport. Ich habe darauf geachtet, täglich meine mindestens 10. 000 Schritte zu laufen und versucht, beim Walken immer ein bisschen schneller zu werden.

Der März, mit der Aufgabe sich täglich vor den Spiegel zu stellen, und sich zu sagen, dass man sich und seinen Körper liebt, war für mich herausfordernd! Gleichzeitig hat aber auch sehr viel in mir bewegt.

Wie schon etwas weiter oben erwähnt, bin ich ja sehr gläubig und ich hatte vor dem Spiegel nicht nur ein Date mit mir, sondern auch immer Zeit mit Gott. Und er hat mir gezeigt, wie ER mich sieht: Als sein Kind, seine Tochter, ja seine „Prinzessin“ und das er sich wünscht, das ich mich sehen kann, wie er mich sieht. Und tatsächlich klappte das mit jedem Tag besser. Anfangs konnte ich mich kaum anschauen. Doch irgendwann sah ich immer mehr die positiven Dinge an mir und schaute nicht mehr auf „vermeintliche Makel“. Ich begann mich anzunehmen, wie ich bin und meinen Körper zu lieben, wie er ist, und ich glaube, dass das ein ganz wichtiger Grundstein war, für meine weitere Veränderung und Entwicklung.

Kristin: Wow, unglaublich schön zu hören, dass wie passend die EAT TRAIN LOVE Challenge 2015 für dich war! So schön! Was hat dich auf deinem Weg am meisten motiviert? Was war dein Schönstes Erlebnis bislang in deiner Transformationsgeschichte?

Jessi: Meine grösste Motivation war es, zu sehen und zu spüren, wie es mir nach und nach besser ging. Dass ich weniger Schmerzen hatte, beweglicher wurde und mich immer wohler in meiner Haut fühlte. Dass ich alle Medikamente absetzen konnte und im Alltag immer belastbarer wurde. Die unglaubliche Lebensfreude und das Glück, die immer mehr zunahmen.

Ich weiß gar nicht, ob es EIN schönstes Erlebnis gab. Ich erlebe seitdem täglich so viele wunderbare Dinge und es öffnen sich lauter neue Türen mit spannenden Möglichkeiten. Ich genieße das Leben in vollen Zügen, wie noch nie und liebe es, wie mein Inneres und Äußeres endlich zusammenpassen.

Kristin: Bestimmt sah auf deinem Weg aber nicht jeden Tag alles so rosig aus. Wie sah dein schlimmster Frustmoment aus? Hast du mal darüber nachgedacht aufzugeben? Und was war in diesem Moment dein Geheimnis um dranzubleiben und nicht aufzugeben?

Jessi: Aufgeben war tatsächlich nie eine Option! Ich habe wirklich nie eine Sekunde daran gedacht. Aber es gab natürlich immer wieder Momente, in denen ich frustriert war. Das war in den ersten 3 Monaten, wo ich zwar hochmotiviert, aber krankheitsbedingt immer wieder Pausen einlegen musste. Oder als ich im September plötzlich einen Gewichtsstillstand hatte, der sich über fast 7 Wochen hinzog!

Dran geblieben bin ich, weil ich immer fest daran geglaubt habe, das ich es schaffen werde! Und ich habe mein Ziel nie aus den Augen verloren.

Transformationsgeschichte-Jessi-Kraft

Kristin: Wie hat sich dein Körper und auch deine Einstellung auf deiner Reise verändert? Wie denkst du heute über dich?

Jessi: Früher konnte ich mit der Aussage „Ich habe ein völlig neues Körpergefühl“ nichts anfangen. Jetzt weiß ich, was das heißt. Ich nehme mich völlig anders wahr. Mit dem Übergewicht hatte ich das Gefühl für mich und meinen Körper total verloren. Es ist wirklich schwierig zu beschreiben, aber es wird einfach alles so „schwammig“, man fühlt sich nicht mehr.

Ansonsten bin ich definitiv zufriedener geworden, bei mir angekommen, habe Frieden mit mir und meinem Körper. Ich bin selbstbewusster und nicht nur körperlich sondern auch mental stärker geworden. Ich traue mir mehr zu und packe mutig Dinge an, von denen ich früher kaum zu träumen gewagt habe. Hättest du mir früher erzählt, dass ich heute mal modeln würde, hätte ich das definitiv nicht geglaubt!

Kristin: Wenn du genau einen Satz anderen Frauen für ihre sportliche Abnehmreise mit auf den Weg gegeben könntest: Welcher wäre es? Was waren die wichtigsten Learnings aus deiner Transformationsgeschichte?

Jessi: Ok, das mit dem einen Satz, wird jetzt etwas schwierig. :-) Da gibt es bißchen mehr zu sagen:

  1. Fang an deinen Körper zu lieben und anzunehmen, noch bevor du auf deine Abnehmreise startest. Denn wenn du deinen Körper liebst, wirst du ihm gern Gutes tun.
  2. Glaub an dich und daran, dass du es schaffen kannst! Damit hast du schon die „halbe Miete“.
  3. Hör auf, Ausreden und Entschuldigungen zu finden. Wenn du es wirklich willst, wird dich nichts und niemand aufhalten! Vor allem das Problem „Ich habe keine Zeit!“ gibt es nicht wirklich. Ich bekomme oft zu hören „Wie schaffst du das nur?“, denn ich habe eigentlich wirklich auch keine Zeit, mit Familie, Kids, Haushalt, Job und ehrenamtlicher Arbeit. Aber es geht, es ist alles eine Frage der Organisation und wie du deine Prioritäten setzt.

Und wenn es wirklich nur ein Satz sein soll, den ich an alle EAT TRAIN LOVE Leser richten möchte, die ebenfalls abnehmen und fit werden wollen, dann ist es dieser Satz:

Ich sage dir nicht, dass es einfach wird. Aber es lohnt sich!

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