Sprossen sind neben Algen eine der besten Quellen für Mineralien und Spurenelemente. Sie sind reich an Kalzium und Magnesium. Darüber hinaus enthalten sie Eisen, Fluor, Kalium, Kupfer, Mangan, Natrium und Zink. Außerdem ist bekannt, dass z.B. Brokkoli-Sprossen sehr hilfreich bei der Prävention und Bekämpfung von Krebs sind.

Das war für mich Grund genug, mich mit den kleinen Wunderwerken ein bisschen näher zu beschäftigen und selbst welche anzubauen. Grundsätzlich reicht dafür eine einfache Plastikschale aus, die täglich mehrfach mit lauwarmen Wasser besprüht wird und an einem warmen, hellen Ort (z.B. auf dem Fensterbrett) steht. Doch warum einfach, wenn es auch komfortabel geht? :-)

Bei der Firma Keimling habe ich schon seit längerem das Keimgerät Freshlife ins Auge gefasst und bekam auch dieses Mal wieder die Chance, diese kleine „Sprossenzucht-Fabrik“ zu testen. Von meinen Erfahrungen mit der Freshlife könnt ihr nun lesen.

Als ich das vollautomatische Keimgerät das erste Mal in den Händen hielt, dachte ich nur: „Wow, wo soll ich das denn hinstellen?“ Die Freshlife ist nämlich aufgebaut mit ca. 30cm Durchmesser und einer Höhe von fast 40cm ziemlich groß. Doch alle Teile haben ihren Sinn und auch in unserer Küche hat sich ein schönes Plätzchen dafür gefunden. In der Lieferung sind ein großer Wasserbehälter mit dem Stromkabel, zwei Sprossengitter, der Aufsatz für die Sprossen, die Sprinkleranlage sowie ein Deckel enthalten. Richtig aufgebaut entsteht daraus ein geschlossener Behälter für die Sprossenzucht.
Normalerweise sind beim Kauf der Freshlife auch noch ein Keimsaaten-Startset sowie Weizengraspads enthalten. Diese waren bei dem Testgerät aber leider nicht mehr dabei. :-(

Keimgerät
Ich habe mir für meine Sprossenzucht Mungobohnen-, Brokkoli- und Alfalfa-Keimlinge gekauft. Das Keimgitter ist relativ groß und bietet auch Platz für verschiedene Saat zur gleichen Zeit. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Keimzeiten nicht zu weit auseinander liegen, sonst sind einige Sprossen schon erntefertig und andere müssen noch ein paar Tage wachsen.

Im ersten Test habe ich Brokkoli-Sprossen und Mungobohnen-Sprossen herangezogen. Die Saat wird ganz einfach per Löffel auf dem ersten Keimgitter verteilt. Dann kommt das zweite Gitter direkt darauf gestülpt, um der noch nicht gekeimten Saat etwas Schutz vor dem Sprinklerwasser zu verschaffen (so tröpfelt das Wasser nur seicht auf die Saat). Bevor das Keimgitter eingesetzt wird, wird der Wasserbehälter wie angegeben mit normalem Leitungswasser aufgefüllt. Anschließend das doppelte Keimgitter einsetzen, die Sprinkleranlage zusammensetzen, den Keimbehälter verschließen und den Stecker in die Steckdose stecken. Schon geht es los!

Das Keimgerät ist vollautomatisiert. Es wässert die Saat in einem regelmäßigen Abstand und man braucht sich wirklich um fast nichts zu kümmern. Nach ein paar Tagen, wenn die Saat gekeimt ist und Wurzeln ausgebildet hat, kann das obere Keimgitter entfernt werden, damit es nicht auf die jungen Sprossen drückt. Außerdem sollte jeden Tag einmal das Wasser im Wasserbehälter  ausgetauscht werden.

Ansonsten kann man den Sprossen wunderschön beim Wachsen zusehen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell das geht. Kaum ist die Saat einmal mit Wasser in Berührung gekommen, beginnen die ersten Körner bereits zu keimen. Und wenn man jeden Tag auf’s Neue in das Keimgerät schaut, sind die Sprossen wieder ein Stück größer. Irgendwie finde ich das total schön anzusehen! :-)

Nach 4-7 Tagen je nach Keimling sind die Sprossen erntebereit. Dazu nimmt man das Keimgitter einfach heraus und schneidet die Sprossen mit einer Schere ab. Ich habe erst überlegt, ob ich gleich alle Sprossen auf einmal ernten oder die restlichen Sprossen noch ein bisschen im Keimgerät belassen soll. Ich habe dann tatsächlich gleich alles geerntet und in Tupperdosen in den Kühlschrank getan. Es war eine gute Entscheidung, da sich die Sprossen wirklich sehr lange gehalten haben. Ich konnte so einfach in die Tupperdose greifen und Sprossen essen oder weiterverarbeiten statt sie jedes Mal neu zu ernten.

Mit den Mungobohnen-Sprossen habe ich mir zweimal ein asiatisches Nudelgericht kreiert. Sie können aber auch roh gegessen werden. Die Brokkoli- und Alfalfa-Sprossen sind total lecker. Entweder so zum Naschen oder aber zu einem schönen Käsebrot, mit Quark vermischt oder zu Gemüse.

Die Reinigung des Keimgeräts Freshlife ist mit etwas Aufwand verbunden. Die Sprossen bilden zum Teil erhebliche Wurzeln aus, die man nur in mühsamer Handarbeit vom Keimgitter lösen kann. Dies sehe ich aber nicht als Nachteil des Keimgeräts, da man bei allen Keimbehältern diese Reinigungsarbeit hat. Der restliche Teil des Keimgeräts kann ganz schnell und einfach mit etwas Spülmittel gereinigt werden.

Mit dem Keimgerät Freshlife habe ich einige Male Sprossen herangezogen und geerntet. Sie sind jedes Mal gut geworden und das Züchten hat mir so richtig Spaß gemacht. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Sprossen gegessen wie in den letzten Wochen. Jiiipppiiieee gesund!  :-)

Die Frage ist nun, ob sich die Freshlife tatsächlich für den normalen Hausgebrauch lohnt. Natürlich ist die Aufzucht damit sehr, sehr komfortabel und einfach! Doch der Preis ist mit 99 Euro auch nicht ganz ohne. Außerdem beansprucht sie einiges an Platz in der Küche. Für die Kaufentscheidung sollte man also gut überlegen, wie oft man tatsächlich Sprossen züchten möchte.

Zu guter letzt möchte ich der Firma Keimling und besonders Patrick Tomforde noch mal ein großes Dankeschön für das zur Verfügung gestellte Testgerät sagen! Es ist wirklich klasse, dass ich eure Geräte testen darf! DANKE!

Alles Liebe Kristin