Ich bin begeistert, welche liebe Kommentare ihr schon an Verena geäußert habt! Danke schön! Das bedeutet auch mir sehr viel! Und natürlich besonders Verena! Heute können wir uns gemeinsam über ihr Gastpost-Debüt freuen. Es geht um die oft zitierte „wichtigste Mahlzeit des Tages“: das Frühstück. Ich persönlich bin ein absoluter Frühstücksliebhaber, aber ich weiß, dass sich viele von euch schwer damit tun. Verena geht es ähnlich und daher hat sie es heute gleich mal zum Thema gemacht und gibt euch leckere, kleinere und größere Frühstücksideen an die Hand.

Confessions-of-a-food-expert

Ich gestehe: Kaffee ist mein Frühstück. Nur Kaffee. Ich bin raus aus dem Breakfast Club, war nie so richtig drin. Frustriert steht das Müsli im Regal, singt leise: „Don’t you forget about me“, da fällt schon die Tür ins Schloss. Sprint zur U-Bahn, Nase ins Buch gesteckt, Haltestelle nicht verpassen, wehmütiger Blick in die Bäckereiauslage, nicht vor die Laterne laufen, weiter geht’s ins Büro. Erst den Rechner, dann die Kaffeemaschine anschalten. 30 Mails und zwei Pressemitteilungen später, mit Milchschaum auf der Nasenspitze, wandert mein Blick über meinen Schreibtisch, scannt meine Tasche und kriecht in die Büroschublade – Mist, nichts Essbares auffindbar. Noch zwei Stunden bis zur Mittagspause, das werd ich schon noch aushalten. Der klägliche Versuch mein Hungergefühl mit einer weiteren Tasse Kaffee abzulenken, scheitert. Süße Teilchen wandern plötzlich durch meinen Kopf und das Mausklicken kann mein Magenknurren nicht mehr übertönen. Mein Akku ist mehr als leer, ich brauche unbedingt was zu essen, um weiter arbeiten zu können. Da fällt mir plötzlich die Cherry-Almond-Schokolade ein, die meine Kollegin mir aus dem USA-Urlaub mitgebracht hat und die noch unter meinem Ablagesystem liegt. Ein kleiner Zuckerkick zur Überbrückung wird doch noch erlaubt sein…knister, knister, knickknack, die erste Riege wandert in meinen Mund – tut das gut…! Mir ist gar nicht bewusst, dass eine Stunde später nur noch ein einsames Stückchen Schokolade in der Silberfolie weilt. Diesen kulinarischen Start in den Tag habe ich echt vermasselt. Zu viel Zucker, zu viel Fett und ein schlechtes Gewissen, weil ich es ja eigentlich besser weiß oder vielmehr besser wissen müsste, überschatten irgendwie den restlichen Vormittag. Ich ärgere mich über mich selbst, nicht über das Essen von Schokolade an sich, sondern darüber, dass ich sie nicht genossen, sondern nur nebenbei in mich reingestopft habe. Ich ärgere mich auch darüber, dass ich meinen Körper dem Hunger ausgesetzt und ihm in der früh nicht den richtigen Treibstoff für einen herausfordernden Tag gegeben habe. In meinem Kopf macht sich ein schelmisches Grinsen breit, das mir zuruft: „Ey, du Ernährungsprofi, wie wär’s mal mit ‘nem richtigen Frühstück?“ Upps…

Verena Frühstück für Nichtfrühstücker

Warum wir frühstücken sollten

Das Frühstück ausfallen zu lassen, ist aus ernährungsphysiologischer Sicht ein Kardinalsfehler. Die erste Mahlzeit des Tages sollte uns mit Energie versorgen und damit einen guten Start in den Tag ermöglichen. Obwohl wir schlafen und quasi nichts tun, arbeitet unser Körper in der Nacht weiter und verbraucht dabei Energie – unser Herz soll weiter schlagen, die Atmung muss funktionieren und unsere Körpertemperatur muss aufrechterhalten werden. Es heißt, dass ca. 50 Prozent unseres Grundumsatzes, sprich der Energiemenge, die zur Aufrechterhaltung der eben genannten Funktionen dient, während des Schlafens verbraucht werden. Daher benötigt der Körper am Morgen neuen Brennstoff, also eine gute Portion Kohlenhydrate. Besonders unser Gehirn sehnt sich nach dem Aufwachen nach diesem Energielieferanten. Pro Tag verbraucht es in etwa 120 g Kohlenhydrate. Das ideale Frühstück wäre eine Kombination aus langkettigen Kohlenhydraten (Vollkorn statt Zucker), Ballastoffen, etwas Eiweiß, gesundem Fett und reichlich Vitaminen und Mineralstoffen. Vom Kaloriengehalt sollte es 25 bis 30 Prozent des Tagesbedarfs ausmachen, was bei einer Durchschnittsfrau ca. 500 bis 700 Kilokalorien, beim Durchschnittsmann ca. 200 Kilokalorien mehr, wären – so die Theorie. In Lebensmitteln ausgedrückt, wären das zum Beispiel eine Scheibe Mehrkornbrot mit Margarine, Edamer und frischer Gurke und dazu ein Müsli aus 50 g Haferflocken mit Orangensaft, Dickmilch, Himbeeren und Mango (insgesamt ca. 500 kcal). Es gibt viele Menschen (mich eingeschlossen), die das morgens einfach nicht runterbekommen, die mit einem Kaffee oder Tee erstmal gut bedient sind. Wie bekommt man nun den Dreh zum Frühstücken, der verhindert, dass sich nach ein paar Stunden die Unkonzentriertheit und der Hunger breitmachen und man nach einem (meinst ungesundem) Ersatz Ausschau hält…?! Vorbereitung ist hierbei (fast) alles, um die morgendliche Routine nicht allzu sehr umstellen zu müssen. Ebenso sollte das Frühstück für Nichtfrühstücker auch nicht so „massiv“ sein.

Frühstücksideen für Nichtfrühstücker

    1. Eine einfache Banane – keine Vorbereitungszeit, leicht verdaulich, süß, könnt ihr auch in der Bahn oder ohne Krümel am Schreibtisch essen. Viel besser als nix!
    2. Ich liebe mittlerweile Beerensuppe zum Frühstück, die ich mir für mehrere Tage vorkoche. Einfach 900 g TK-Beeren in einem Topf erwärmen und aufkochen lassen, die Temperatur wieder reduzieren und 500 ml Kefir unterrühren. Diese Portion reicht für drei Frühstücke. Die Suppe im Kühlschrank aufbewahren und portionsweise wieder erhitzen (nicht kochen). Wer mag, kann die Beerensuppe noch mit ein paar Chiasamen andicken.
    3. In einem Glas Orangensaft (250 ml) ein bis zwei Esslöffel Schmelzflocken auflösen.
    4. Naturjoghurt/Sojajoghurt mit einem Klecks Marmelade und einem Esslöffel Leinsamen verrühren.
    5. Buttermilch, Beeren und Leinsamen zusammen mixen (Ja, schon wieder Beeren, denn die kleinen Vitaminbällchen sind das Fast Food unter den Obstsorten: kein schälen, kein schnippeln, nur waschen).
    6. Hüttenkäse mit halbierten Cherrytomaten, Salz, Pfeffer und einem Knäckebrot, für die Herzhaften unter den Nichtfrühstückern.
    7. Ein Green Smoothie, hier und hier findet ihr tolle Tipps Rezepte meiner persönlichen Smoothie-Queen Kristin.
    8. Ein geeigneter Frühstückplatz kann auch die morgendliche Nahrungsaufnahme beeinflussen. Ich habe den Unterschied bemerkt, als wir in eine neue Wohnung mit einem großen, schönen Tisch in der Küche gezogen sind. Ein gemütlicher Essplatz in Kombination mit einem guten Song aus dem Radio lädt zum Frühstücken ein. Schaut doch mal, ob ihr es euch morgens etwas schöner machen könntet, deckt den Tisch am Abend schon und hängt den Teebeutel in die Tasse.
    9. Präpariert eure Snackbox mit einem belegten Brötchen, Obst, Nüssen und Trockenfrüchten für das zweite Frühstück.

Natürlich sind diese Vorschläge ein Kompromiss zwischen einem vollwertigem Frühstück, wie ich es oben beschrieben habe, und nur einem Kaffee in der Früh. Es sind kleine Kickstarter, die aus wenigen Zutaten bestehen und die man leicht und schnell zubereiten kann. Ich muss zugeben, ich lasse mich noch nicht jeden Morgen im Breakfast Club blicken, bin mir aber sicher, dass aus der Probezeit schon sehr bald eine feste Mitgliedschaft wird. Wie ihr seht, auch als „Ernährungsprofi“ ist man alles andere als perfekt… (und das ist auch gut so)!

Auf viele wunderschöne und leckere „Guten Morgen“!

Viele Grüße und bis bald
Verena

P.S.: Ich möchte ausdrücklich betonen, dass sich meine Tipps ausschließlich an gesunde Personen richten, die eine ausgewogene Ernährung anstreben.

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