Eine regelmäßige oder sogar tägliche Yogapraxis ist für viele Yogis und Yoginis ein großes Ziel, so auch für meine Gastautorin Jenny. In diesem Artikel erfährst du, wie du es schaffst, eine regelmäßige Yogapraxis aufzubauen und mit Freude dranzubleiben.

Von der wöchentlichen Yogastunde zur täglichen Yogapraxis

Wie viele andere habe ich ganz klassisch mit Yoga angefangen und zwar in der wöchentlichen Yogastunde im Yogastudio meines Vertrauens. Ich hatte eine feste Zeit, einen festen Ort und eine Gruppe mit anderen motivierten Yogis. Da hatte der Schweinehund bei mir kaum Chance, sich zu melden.

Mit der Zeit jedoch wollte ich mehr. Yoga tat mir gut und ein Mal die Woche reichte mir nicht mehr aus. Ich begann, Zuhause mithilfe von Videos zu üben, besuchte Workshops und Retreats und mit der Zeit übte ich Yoga immer mehr Zuhause.

Vielleicht kennst du das auch? Am Anfang ist man wie in einer Beziehung frisch verliebt und begeistert und so ging es mir auch mit Yoga. Ich war voller Elan und hätte mich am liebsten drei Mal im Tag in meine Yogasachen geworfen. Dieses Gefühl hielt einige Monate an und dann ganz plötzlich meldete er sich doch: der innere Schweinehund. In diesem Moment wurde mir klar: Du musst entweder einen Weg finden, ihn zu besiegen oder er wird dich besiegen. Das mag dramatisch klingen, aber wenn du selbst regelmäßig Yoga übst, weißt du, wie nervig der innere Schweinehund sein kann.

Die regelmäßige Yogapraxis als Herausforderung

Deswegen nahm ich mir fest vor, die Motivation aufzubringen, trotz Schweinehund regelmäßig Yoga zu machen. Wie du dir vorstellen kannst, war und ist das ein nicht so leichtes Unterfangen. Es bedeutet, sich regelmäßig von der Couch, dem Handy und anderen Ablenkungen loszumachen und die Zeit zu finden, die Yogamatte auszurollen.

Es wird Zeiten geben, da fällt dir das sehr leicht und du bist hochmotiviert, aber es wird auch immer wieder Tage geben, an denen du gar keine Lust hast. Das ist keine Schande. Diese Tage hat jeder von uns einmal, aber ich möchte dir gern meine Tipps mit auf den Weg geben, wie du motiviert in deine regelmäßige Yogapraxis starten kannst.

Yoga every damn day so klappt es endlich mit deiner regelmäßigen Yogapraxis

Warum eine regelmäßige Yogapraxis so wichtig ist

Denn meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile einer regelmäßigen Yogapraxis die Kraft, die es kostet, die Matte auszurollen und loszulegen. Du wirst nicht nur körperliche Fortschritte viel besser sehen können, wenn du regelmäßig oder sogar täglich übst, sondern auch insgesamt ruhiger und ausgeglichener werden. Mir hat Yoga neben allen körperliche Vorteilen wie einer besseren Haltung vor allem geholfen, gelassener zu werden und mich für den Alltag gewappnet.

Außerdem hilft dir, eine regelmäßige Praxis zu erkennen, was dir noch schwerfällt und daran zu arbeiten. Das kann eine herausfordernde Asana sein oder eine ruhige Atmung oder vielleicht auch das Loslassen. Egal was es ist, auf einer regelmäßigen Basis kannst du viel besser daran arbeiten. Doch das Wichtigste für mich ist, dass eine regelmäßige Yogapraxis meinen Tag strukturiert und mich so in meinem Alltag unterstützt.

Wie auch du dir eine regelmäßige Yogapraxis schaffen kannst

Nun möchte ich unbedingt meine Tipps mit dir teilen, wie du noch heute mit deiner regelmäßigen Yogapraxis starten und dranbleiben kannst.

1. Du brauchst einen guten Grund!

Das A und O für eine regelmäßige Yogapraxis wie auch für jede andere Sache in deinem Leben, die du regelmäßig machen möchtest, ist ein richtig guter Grund. Stell dir die Frage, warum du eigentlich Yoga machst und wie es dir in deinem Leben weiterhilft. Sich darüber bewusst zu werden und sich regelmäßig daran zu erinnern, ist schon die halbe Miete für deine regelmäßige Yogapraxis.

Es gibt viele Gründe, die dich motivieren können, wichtig ist aber, dass es ein dauerhafter Grund ist, der dich zum Yoga motiviert. Das kann sein, dass du gern ausgeglichener sein oder flexibler werden möchtest oder Yoga dir hilft, deinen Alltag zu bestehen und dir Kraft gibt. Wie du mit Yoga zum Beispiel zu mehr Erfolg und Fülle findest, erklärt dir Kristin in diesem Artikel. Was es auch ist, es sollte dich regelmäßig zum Yoga motivieren können und nicht nach drei Wochen seine Kraft verloren haben. Zwei Kilo abnehmen zu wollen, kann ein Grund sein, aber sobald du dieses Ziel in ein paar Wochen oder Monaten erreicht hast, ist die Motivation verschwunden.

Überleg dir deshalb ein oder zwei oder mehr gute Gründe und schreib sie dir vielleicht sogar auf, sodass du immer wieder einen Blick darauf werfen kannst, wenn die Motivation mal zu wünschen übrig lässt.

2. Setz dir realistische Ziele!

Wenn du das Gefühl hast, schnell zu scheitern, kann das daran liegen, dass du dir unrealistische Ziele gesetzt hast. Ziele, die du dir setzt, sollten immer an dich und dein Leben angepasst sein.

Nur weil deine Mattennachbarin im Yogakurs jeden Tag zwei Stunden Yoga übt, heißt das noch lange nicht, dass auch du das machen solltest. Ich sage es immer wieder gern: Deine Yogapraxis sollte sich an dein Leben anpassen und nicht dein Leben an deine Yogapraxis, sonst ist es mit der Motivation schnell vorbei.

Deshalb überleg dir einmal, wie oft du wirklich in der Woche Yoga machen möchtest und wie viel Zeit du dafür erübrigen kannst. Ich habe mit drei bis vier Mal die Woche je 20 Minuten gestartet. Das kann für dich schon zu viel oder aber zu wenig sein.

Setz dir realistische Ziele, indem du genau überlegst, wie oft in der Woche es dir wirklich möglich ist und dann triff eine Vereinbarung mit dir selbst, dir diese Zeit auch für dich zu nehmen. Keine Sorge, wenn es am Anfang nicht so oft oder nicht so lang ist, wie du gern möchtest. Mit der Zeit kannst du die Intervalle steigern, wenn du das möchtest. Du kannst die Sache also ruhig angehen lassen.

Yoga every damn day so klappt es endlich mit deiner regelmäßigen Yogapraxis

3. Mach aus deiner Yogapraxis ein Ritual!

Welche Rituale hast du in deinem Leben? Ich wette, es gibt da eine ganze Menge. Zähneputzen, das Bett machen, Mahlzeiten, die du um bestimmte Uhrzeiten einnimmst, deine Feierabend-Routine. All das sind Gewohnheiten, die du dir mit der Zeit aufgebaut hast und die zu deinem Alltag fest dazugehören. Das gleiche gilt für deine regelmäßige Yogapraxis. Lass sie zu einem Ritual, einer Gewohnheit werden.

Wenn es dir möglich ist, such dir eine feste Zeit, zu der du regelmäßig auf deine Matte kommst. Wenn du wissen möchtest, wann die perfekte Zeit für Yoga ist und wie die verschiedenen Tageszeiten deine Yogapraxis beeinflussen, findest du hier einen passenden Artikel, den ich genau über dieses Thema geschrieben habe.

Neben einer festen Uhrzeit können auch kleine Rituale dafür sorgen, dass deine Yogapraxis zur Gewohnheit wird. Das kann eine kleine Meditation vor dem Yoga, das Entzünden eines Räucherstäbchens oder aber auch das Anziehen bequemer Klamotten und das Ausrollen deiner Matte sein. Erschaffe Rituale, die dich dabei unterstützen, eine regelmäßige Yogapraxis zu erschaffen. Mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen.

4. Ändere deine Perspektive!

Das ist wie ich finde einer der wichtigsten Punkte, wenn du dir dauerhaft eine regelmäßige Yogapraxis aufbauen willst. Yoga sollte dabei nicht zu einem weiteren Punkt auf deiner To-Do-Liste werden, denn dann wird es zu einer lästigen Aufgabe. Wenn du in Punkt 1 gute Gründe für deine Yogapraxis gefunden hast, bedeutet dies, dass Yoga für dich kein bloßer Zwang ist. Es ist viel mehr etwas, was dich unterstützt und dir Zeit für dich schenkt.

Genau so solltest du deine Yogapraxis auch sehen. Fühle dich nicht gezwungen, sondern sieh deine Zeit auf der Yogamatte als willkommene Auszeit, als Entspannungspause, in der du abschalten und ganz bei dir sein kannst. Diese kleine Veränderung in deinem Denken kann dir unheimlich helfen, deine regelmäßige Yogapraxis richtig zu zelebrieren und dich auf sie zu freuen.

5. Such dir Inspiration!

Niemand ist jeden Tag zu 100 Prozent motiviert. Es ist völlig legitim, wenn du mal keine Lust aufbringen kannst, deine Yogamatte auszurollen. In solchen Momenten ist es toll, sich Inspiration und Motivation von außen zu holen. Such dir etwas, was dich motiviert, wenn du so richtig unmotiviert bist.

Vielleicht hilft es dir, ein Yogavideo anzusehen, um reinzukommen oder inspirierende Fotos von anderen Yogis. Auch ein Yoga Buddy, der dich motiviert und mit dem du Yoga üben kannst, kann Motivation pur sein. Die Motivation muss nicht immer von innen kommen. Such dir also Inspirationsquellen und greif darauf zurück, wenn der Schweinehund mal wieder auf der Matte steht.

Eine regelmäßige Yogapraxis ist ein Marathon, kein Sprint

Mein abschließender Tipp ist: Sei nicht zu streng mit dir. Natürlich ist es toll, wenn du jeden Tag Yoga machst, aber es ist kein Muss. Die Welt geht auch nicht unter, wenn du es ein Mal auslässt. Mit diesen Tipps schaffst du es aber bestimmt auch, Yoga fest in deinen Alltag zu integrieren und dann ist es auch gar nicht schlimm, wenn es mal einen Tag nicht klappt, denn du kannst am nächsten Tag wieder zu deiner regelmäßigen Yogapraxis zurückkehren.

Wenn du wissen willst, wie Kristin es schafft, täglich Yoga zu machen, findest du ihren Artikel dazu hier.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Umsetzen der Tipps und eine tolle eigene Yogapraxis!

Übrigens wenn du noch mehr Tipps für mehr Motivation beim Yoga suchst, kannst du gern auf Jennys eigenem Blog Live like a Yogi stöbern. In ihrem kostenlosen Ebook gibt sie dir noch mehr Tipps für mehr Motivation und eine regelmäßige Yogapraxis und in ihrem Newsletter hat sie sogar eine Vorlage für ein tolles Yogatagebuch für dich, mit dem du es garantiert schaffst, regelmäßig Yoga zu machen.

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