Momentan scheint die Kaffee-Kultur eine echte Blütezeit zu haben! An vielen Ecken – selbst in Kleinstädten – sprießen die Kaffeeläden gerade aus dem Boden. Es gibt zahlreiche neue Kaffeesorten und Filterkaffee ist so „on vogue“ wie seit Großmutters Zeiten im feinen Porzellan-Kännchen nicht mehr. Ich beobachte diesen Trend mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn momentan verzichte ich weitgehend auf Kaffee. Und das hat 5 gute Gründe, die ich mir selbst und dir mit diesem neuen Blogpost einmal vor Augen führen möchte.

Zu meiner Kaffee-Geschichte – Warum ich Kaffee gern trinke

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich selbst leidenschaftliche Kaffee-Genießerin bin oder besser: war. Und die Betonung liegt auf Genießerin, denn ich habe nicht Mengen an Kaffee, sondern eher genussvoll meinen Kaffee getrunken (vielleicht 1-3 Tassen pro Tag). Für mich ist und bleibt Kaffeetrinken ein tolles Ritual und das ist – neben dem Koffein – auch der Grund, warum mir mein Verzicht so schwer fiel bzw. ich auch nach meinem Kaffeefreien Monat im Januar wieder mit dem Kaffeetrinken begonnen habe. Ich wollte nicht auf das schöne, gemütliche Ritual verzichten. Doch jetzt sieht es anders aus. Ich bin schwanger und da fängst du schon mal ganz neu an, über deinen Kaffeekonsum nachzudenken…!

Grund 1: Zuviel Koffein schadet dem Ungeborenen in der Schwangerschaft

Kaffee bzw. das darin enthaltene Koffein ist nicht unbedenklich in der Schwangerschaft, aber auch nicht explizit verboten wie beispielsweise Alkohol. Laut DGE sind 3 kleine Tassen Kaffee oder eben maximal 300 Milligramm Koffein pro Tag in Ord­nung. Der amerikanische Frauenärzteverband zieht die Grenze sogar schon bei 200 Milligramm. Der Grund hierfür: Das ungeborene Kind nimmt in der Gebärmutter genauso viel Koffein auf wie die Mutter. Je mehr du als Schwangere also trinkst, desto höher ist das Risiko einer Frühgeburt, wie dänische Forscher zeigten. Ebenso fand eine norwegische Studie heraus, dass das Geburtsgewicht bereits bei den empfohlenen Mengen etwas niedriger ist: Pro 100 Milligramm Koffein sank es um 21 bis 28 Gramm (Quelle).Und die Koffein-Empfehlung gilt nicht nur für Kaffee. Koffein befindet sich ebenfalls in schwarzem oder grünem Tee, Matcha-Getränken oder dunklerer Schokolade­.

Daher fällt es mir letztendlich doch leichter, auf Kaffee weitgehend zu verzichten. Ich schreibe „weitgehend“, weil es in den vergangenen Monaten meiner Schwangerschaft doch schon mal vorkam, dass ich mir – wie einprogrammiert – nach dem Essen einen Espresso bestellt habe. Ok, dann habe ich ihn auch mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen getrunken, aber täglich trinke ich Kaffee und meinen geliebten grünen Tee nicht mehr. Es ist die Ausnahme geworden.

Grund 2: Keine Koffein-Abhängigkeit mehr

Dass Koffein zu einer Art Abhängigkeit/ Sucht führt, hast du bei dir sicher schon bemerkt. So fällt es einem regelmäßigen Kaffeetrinker schwer, mal einen Tag ohne das beliebte Heißgetränk auszukommen. Schnell stellen sich Kopfschmerzen ein oder das Mittagstief überfällt einen so richtig. Trinkt man dann seinen gewohnten Kaffee, ist meist alles wieder in Ordnung. Der Körper hat sich an die regelmäßige Dosis Koffein gewöhnt und fordert sie mit unangenehmen Entzugserscheinungen ein. Je nach deiner gewohnten, täglichen Koffeinmenge kann diese Entzugszeit auch mal 2-3 Tage andauern.

Ich kenne dies von mir auch. Gott sei Dank blieb es bislang immer bei einem einzigen Tag, aber auch der erschreckt mich jedes Mal wieder. Umso schöner ist das Gefühl, sich selber aus der „Abhängigkeit“ zu befreien und – wenn überhaupt – zum unregelmäßigen Kaffeegenießer zu werden. Sprich: Kaffee ja, aber nicht jeden Tag, sondern ab und an mal zu besonderen Gelegenheiten. Allein diese lockere Handhabe löst die körperliche Abhängigkeit auf – ich habe es probiert. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, geht direkt in den Kaffee-Verzicht über.

Grund 3: Kaffee bzw. Koffein löst Stress im Körper aus

Warum macht Kaffee bzw. das darin enthaltene Koffein eigentlich so munter? Es ist der chemische Prozess, der in unserem Körper durch Kaffee in Gang gesetzt wird. Koffein wirkt, indem es ein Hormon imitiert, das die Nebennieren anregt, mehr Adrenalin zu produzieren. Ebenso steigt die Herzfrequenz. Der Körper wird quasi wie in einer Stresssituation in Höchstform versetzt. Nun sind wir so richtig wach und leistungsbereit (Quelle).

In den meisten Fällen des Tages brauchen wir diesen Adrenalin-Kick aber gar nicht und natürlich hält er auch nicht lange an. Wenn der Adrenalin-Spiegel sinkt, bekommen wir Anzeichen von Müdigkeit, Unkonzentriertheit oder sogar Kopfschmerzen. Dies ist der Moment, in dem viele zur nächsten Kaffeemaschine gehen und sich neuen Kaffee holen.

Grund 4: Nervöse Unruhe und Schlafstörungen vorbeugen

Spannenderweise sehen viele Menschen in der heutigen Zeit gar keinen Zusammenhang mehr, zwischen ihrem ständigen Unruhe-Gefühl oder sogar unruhigem Schlaf und ihrem Kaffeekonsum. Als ich noch als Yoga-Lehrerin regelmäßig unterrichtet habe, kamen immer mal Schülerinnen zu mir und sagten, dass sie bei der Meditation so schlecht abschalten könnten. Woran das denn liegen könnte? Nicht selten stellte sich heraus, dass die letzte Tasse Kaffee keine 2-3 Stunden her war. Kein Wunder, dass sie schlecht abschalten konnten. Der Kaffee hat genau das Gegenteil bewirkt!

Daher überprüfe auch mal bei dir, wenn du nervöse Unruhe und Schlafstörungen kennst: Wie häufig und zu welchen Zeiten trinkst du Kaffee (oder auch andere koffeinhaltige Getränke)? Hält dich vielleicht genau dieser Konsum wach? Denn natürlich hat das Wachmachen auch immer eine Kehrseite, die besonders nachts oder während der ruhigen Yoga Class unerwünscht ist.

Im Umkehrschluss heißt das: Möchtest du im Alltag ruhiger und gelassener werden und besser abschalten können, dann probier es doch auch mal eine Zeit lang ohne Kaffee – und dafür gern mit mehr Meditation.

Grund 5: Ein Säurebildner weniger im Körper

Ein weiterer Grund, Kaffee im Alltag zu reduzieren oder konsequent darauf zu verzichten, ist seine Auswirkung auf unseren Säure-Basen-Haushalt bzw. auf die Säureproduktion in unserem Magen. Neben Rotwein, rotem Fleisch, Weizen und Zucker ist Kaffee der Säureproduzent Nr. 1 in unserem Körper. Besonders magenempfindliche Menschen sollten gut aufpassen.

Eine Übersäuerung durch Kaffee kann im Magen entstehen, wenn viel Kaffee getrunken wird und weitere Faktoren wie hohe Stressbelastung, Nikotin oder Alkohol die Salzsäurebildung im Magen stimulieren. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, sind Schäden an den Schleimhäuten von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm sehr wahrscheinlich und es kann sich sogar eine Magenentzündung (Gastritis) ausbilden (Quelle).

Kaffee Verzicht

Fotocredit Titelbild: Shutterstock.com / 1129285535 / pan. prems.

Was sind gute Alternativen zum Kaffee?

Tja, das ist die Frage der Fragen für viele leidenschaftliche Kaffeetrinker. Das kommt aber ganz darauf an, was dir wichtig ist und warum du überhaupt Kaffee zu dir nimmst.

Getreide- und Lupinenkaffee

Wenn es dir wie mir, um den Verzicht auf Koffein in jeglicher Form geht, dann bleiben im Wesentlichen nur Getreidekaffee, Lupinenkaffee oder die entkoffeinierte Variante übrig. Gegen letzteren habe ich mich bewusst entschieden, weil er mir nicht schmeckt. Getreidekaffee finde ich ganz nett und köstlich – erinnert mich auch ein bisschen an meine Kindheit („Kinderkaffee“). Lupinenkaffee soll dem Kaffeegeschmack noch näher kommen und den werde ich als nächstes testen.

Grüner Tee

Wer nur auf beliebte Heißgetränk und nicht auf Koffein verzichten möchte, dem kann ich grünen Tee als Alternative sehr ans Herz legen. Über die Vorteile von Grüntee inklusive einem ausführlichen Grüntee-Guide habe ich schon ausführlich auf EAT TRAIN LOVE berichtet. Hierbei gefällt mir vor allem neben dem Geschmack das Tee-Ritual super gut. Wie ich eingangs schrieb, sind mir persönlich das Ritual und die Gemütlichkeit beim Kaffeetrinken sehr wichtig. Mit Tee ergibt sich ein ganz neues, spannendes Ritual, wie ich finde!

Pfefferminze, Zitronengras und frische Luft

Und zu guter Letzt gibt es neben Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken auch wunderbare, andere Wachmacher für zwischendurch. Ich liebe zum Beispiel Pfefferminztee mit Zitronengras sehr. Der lässt sich auch als Eistee im Sommer wunderbar zubereiten. Eine ähnlich wachmachende Wirkung hat ein kurzer, schneller Spaziergang an der frischen Luft und das bewusst tiefe Ein- und Ausatmen am offenen Fenster. So bekommt der Kopf einen ordentlichen Sauerstoff-Kick und es lässt sich besser weiterarbeiten.

In diesem Sinne: Probier es mal ohne Kaffee! Es geht! :-)

Fotocredit Titelbild: Shutterstock.com / 1128258140 / nd3000

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt