Ich bin jetzt seit über 5 Jahren dem Clean Eating Konzept treu und ernähre mich zu 80 Prozent recht gesund in meinem Alltag. Wenn da nur nicht die Schokolade wäre… Schokolade ist mein größtes Laster! Die letzten Weingummis sind schon eine Weile her und an die letzte Chipstüte kann ich mich nicht mal mehr erinnern, aber Schokolade? Der Verzicht auf Schokolade oder zumindest weniger Schokolade zu essen fällt mir äußerst schwer. Geht es dir genauso? Dann lass uns doch mal gemeinsam schauen, wie wir unseren Heißhunger auf Schokolade in den Griff bekommen können. Und natürlich habe ich auch eine tolle Alternative für dich als Rezept! Los geht’s!

Schokoladen-Sucht: Warum lieben wir Schokolade so sehr?

Schokolade ist besonders zucker-, fett- und kakaohaltig und damit quasi der Supergau in unserem Süßigkeitenschrank. Denn ihre Inhaltsstoffe interagieren in besonderer Weise mit unserem Körper oder besser gesagt: mit unserem Gehirn.

Süße und fetthaltige Speisen aktivieren beim Verzehr unser Belohnungszentrum im Gehirn und setzen bestimmte Botenstoffe frei. So werden beispielsweise der als „Glücksbotenstoff“ bekannte Neurotransmitter Dopamin sowie Endorphine – körpereigene Opiate – ausgeschüttet. Was passiert, wenn wir Schokolade essen? Wir bekommen schlagartig gute Laune und sind für den Moment glücklich, bis der „Kick“ seine Wirkung verliert. Kein Wunder, dass es so vielen Menschen schwer fällt, auf Schokolade zu verzichten. Mir inklusive! Schokolade macht einfach zu glücklich! Deshalb ist es so schwer, weniger Schokolade zu essen!

Ich bin der Meinung, bei der Betrachtung dieser Fakten kann man durchaus von einer Sucht sprechen.  Doch unter den Psychologen ist der Suchtbegriff in Bezug auf Schokolade (noch) nicht anerkannt. Schließlich handele es sich nicht ums eine chemische Droge.

Trotzdem weisen Tierversuche darauf hin, dass Schokolade suchtähnliches Verhalten hervorrufen kann. In einem Labor-Versuch mit Ratten verspeisten die Tiere so viel Schokolade im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht, dass ein Mensch für einen ähnlichen Effekt 3,6 Kilogramm hätte essen müssen. Im Wesentlichen ist dies wohl auf den Anstieg der opiumähnlichen Substanz names Enkephalin zurückzuführen, die nach der Orgie massenhaft im Gehirn der Ratten nachgewiesen werden konnte. Die Ratten schwebten wohl selig im Schokoladen-Himmel!

Kein unbekannter Zustand für viele Menschen. Eine meiner besten Freundinnen sagt selbst über sich, dass ihr liebstes Hobby „Schoki essen“ ist. Verständlich, dass man beim gemeinsamen Mädelsabend nur mit eisernem Willen drumherum kommt…

4 Strategien, um weniger Schokolade zu essen

Doch was können wir tun, um den Schokoladen-Heißhunger zumindest einigermaßen in den Griff zu bekommen und seltener zur Schokolade zu greifen? Die Strategien sind  den Prinzipien sehr ähnlich, die ich auch bei meinem Zuckerfrei-Workshop im Januar während der EAT TRAIN LOVE Challenge vorgestellt habe. 

Schritt für Schritt Schokolade reduzieren

Der erste und wichtigste Schritt ist die Bewusstheit. Mache dir klar, wie viel und wann du täglich oder pro Woche Schokolade ist. Notiere es dir am besten in einem Tagebuch und schreibe dir auch die Situationen, in denen du zu Schokolade greifst mit dazu. Viele essen bei beruflichen Stress häufiger Schokolade, andere vor dem Fernseher bei ihrer Lieblingsserie. Bei vielen Frauen spielt auch der weibliche Zyklus eine wichtige Rolle. Besonders in den Tagen vor der Regel sind sie anfälliger. Daher mache dir deine Schokoladenmomente und -mengen sehr bewusst. Auch wenn es erst einmal fies klingt!

Anschließend kannst du jeden Tag oder wöchentlich deine Schokoladenmenge reduzieren. Erlaube dir noch dieses eine Stück, aber ziehe auch klar den Schlussstrich. So hast du das Gefühl, fair mit dir selbst umzugehen und dir nichts komplett zu verbieten.

Und möglicherweise bist du nach ein paar Wochen soweit, dass du deinen Konsum komplett einstellen kannst und auch sehr gut ohne die Belohnung auskommst. Setze es dir als Ziel und wenn du es erreicht hast, dann darfst du dich auch gern in anderer Weise für dein Durchhalten belohnen.

Radikale Schokoladen-„Diät“

Für einige ist die schrittweise Reduzierung ein sehr guter Weg, der funktioniert. Andere brauchen es radikaler. Hop oder top! Ich selbst gehöre eher zu den radikalen Reduzierern, was ich bereits mit Industriezucker, Süßigkeiten allgemein und Kaffee erfolgreich für einige Zeit geschafft habe.

So könntest du dir zum Beispiel eine Challenge wie die No Sweets Challenge ausarbeiten und an einem bestimmten Tag beginnen. Wichtig ist, dass du dir mindestens 3 Wochen ohne Schokolade vornimmst und sie einhältst. Es dauert etwa 3 Wochen bis unser Gehirn eine neue Gewohnheit erlernt bzw. eine alte Gewohnheit abgelegt hat. Da Zucker bzw. Schokolade so intensiv auch auf der biochemischen Ebene in unserem Gehirn wirken, würde ich lieber von 4 bis 6 Wochen Verzicht ausgehen.

Die ersten Tage ohne Schokolade können besonders hart werden. Sorge auf jeden Fall dafür, dass du keine Quellen mehr in deiner Nähe hast und sage auch Familie, Freunden und Arbeitskollegen nach Möglichkeit Bescheid, damit sie dich nicht noch unnötig „verlocken“. Außerdem solltest du süße Alternativen als Trostpflaster für dich organisieren. Damit wären wir beim nächsten und übernächsten Punkt.

Süßes auf andere Weise in den Speiseplan integrieren

Während meiner Ayurveda-Kur habe ich etwas sehr Wichtiges über Süßes gelernt. Ob wir es wollen oder nicht, aber wir Menschen brauchen die süße Geschmackskomponente in unserer Ernährung. Genauso wie die anderen 5 Geschmacksrichtungen aus dem Ayurveda. Erst wenn wir alle Geschmackserlebnisse auf unserer Zunge genossen haben, ist es ein ausgeglichenes Geschmackserlebnis für uns.

Genau hier liegt das Problem mit der Schokolade. Bei den meisten Mahlzeiten essen wir ayurvedisch gesehen „unausgeglichen“. Also egal ob Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot die Elemente süß, sauer, scharf, salzig, bitter und herb sollten immer in einem ausgewogenen Verhältnis in jeder Mahlzeit enthalten sein.

Die Lösung dazu bieten die zahlreichen Zutaten, Gewürze und Kräuter, die in der ayurvedischen Küche genutzt werden. Gerade für den süßen Zahn wird häufig auf frisches oder getrocknetes Obst sowieso süßliche Gewürze bei der Zubereitung zurückgegriffen. Ich habe es ausprobiert und es funktioniert tatsächlich! Während der gesamten Kur hatte ich von heute auf morgen keine Lust mehr auf Schokolade. Es war wirklich erstaunlich!

Deine liebsten Alternativen zur Schokolade finden

Gerade wenn du radikal auf Schokolade verzichten willst, solltest du dir gute Gedanken um Alternativen machen. Der Heißhunger wird sonst garantiert ohne Erbarmen zuschlagen! Gott sei Dank gibt es dafür einige tolle Alternativen, die ich ebenfalls gern nutze. Denn ich trickse mich bei Schokolade häufig selbst aus und kaufe einfach keine mehr ein. So muss ich kreativ werden, um meinen süßen Zahn zu befriedigen. Dabei sind schon einige schöne Ideen und Rezepte entstanden.

  1. Oatmeal mit rohem Kakaopulver: eine gut sättigende, süße Mahlzeit für das Frühstück und die beste Alternative zum Nutella-Brot!
  2. Gebackene Banane mit Mandelmus: ein Klassiker in meiner Dessert-Küche, der in 15 Minuten fertig ist.
  3. Schokoladen-Shake mit 300 ml (Nuss-)Milch, 1 EL rohem Kakaopulver und einer reifen Banane. Wenn du magst, kannst du nach dem Sport auch noch etwas Eiweißpulver hinzugeben. Der Schoko-Heißhunger ist in jedem Fall gestillt.
  4. Selbst gemachte Energy Balls mit getrockneten Früchten, Nüssen, Nussmus, Kakaonibs etc.

Gerade von letzteren Snacks bin ich ein riesengroßer Fan. Daher gab es auch schon einige Rezepte für selbstgemachte Energy Balls auf meinem Blog. Heute habe ich dir zum krönenden Abschluss dieses Blogbeitrags ein ganz neues Energy-Ball-Rezept mitgebracht. Die Balls habe ich kürzlich für das 1. deutschlandweite EAT TRAIN LOVE Treffen zubereitet und die Ladies waren begeistert! Daher teile ich es heute auch liebend gern mit dir.

Kakao-Energy-Balls Verzicht-auf-Schokolade

Roh-vegane Kakao-Energy-Balls – die leckere Alternative zur Schokolade

Das Rezept ist so simpel und schnell gemacht. Gerade wenn du für eine größere Gruppe an Personen die Kugeln zubereiten willst oder einfach zuhause einen schönen Vorrat an gesunden Schoko-Alternativen möchtest, dann hast du hiermit ein tolles Rezept. Die Kakao-Energy-Ball sind nicht nur glutenfrei und vegan, sondern auch rohköstlich.

Zutaten für die roh-veganen Kakao-Energy-Balls (ca. 15 bis 20 Stück) 

  • 12 frische Datteln (möglichst klebrig)
  • 150 g gemahlene Mandeln
  • 1 EL Mandelmus
  • 1 EL Chiasamen
  • 4 EL Kokosflocken
  • 2 EL rohes Kakaopulver
  • 100 ml Wasser
  • 1 Schuss Dattelsirup je nach gewünschter Süße

Zubereitung der Kakao-Energy-Balls:

Die Zubereitung der Energy Balls ist kinderleicht. In nicht einmal 20 Minuten hast du deinen rohköstlichen Schoko-Snack fertig und auch deine Familie, Freunde oder Arbeitskollegen werden begeistert sein! So kann die Schokolade auch mal getrost im Schrank bleiben….

  1. Die Datteln entsteinen und in ganz kleine Stück schneiden.
  2. Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben und mit den gewaschenen Händen oder einer Gabel gut vermengen. Du kannst natürlich auch alles in deinen Mixer geben, aber durch die Datteln ist die Masse sehr klebrig und du hast hinterher hohen Reinigungsaufwand. In der Rührschüssel ist es einfacher.
  3. Aus der Masse gleichmäßige Kugeln in deinen Handflächen formen/ rollen. Falls es zu fest oder zu flüssig ist, gib je nachdem noch etwas Wasser oder gemahlene Mandeln hinzu.
  4. Zu guter letzt etwas Kokosraspeln auf einen Teller streuen und die Kugeln darüber rollen, damit sie einen schönen Kokosmantel bekommen. Fertig!

Veganes Rezept für Energy-Balls

Den Heißhunger auf Schokolade geschickt in den Griff bekommen

Diese Energy Balls sind wirklich der perfekte Anti-Schokoladen-Snack und machen durch ihren hohen Kakao-Anteil ebenfalls gute Laune! Leicht gekühlt schmecken die Kakao-Energy-Balls am Besten und im Kühlschrank halten sie sich gute 3 bis 4 Tage – wenn der Schoko-Hunger nicht größer ist! :-) Weitere Rezepte zu Cleanen Energy Balls findest du übrigens in der Rubrik „Snacks“. So bekommst du viel süße Abwechslung!

Möchtest du dich generell gesünder ernähren? Dann hol dir in jedem Fall meinen kostenlosen 50-seitigen Clean Eating Guide mit so vielen tollen Tipps und Tricks für deine cleane, ausgewogene Ernährung. Einfach eintragen und schon schicke ich ihn dir per Mail zu. Ich wünsche dir viel Freude damit!

Wenn dir dieser Blogbeitrag gefallen hast, freue ich mich, wenn du ihn mit lieben Menschen teilst! Ich danke dir!

Weniger Schokolade essen

Fotocredit Titelbild: Shutterstock.com/ Bild ID: 442190512

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